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Allgemein: Bei vielen Kakteenfreunden beginnt das Hobby damit, daß man gekaufte oder geschenkte Pflanzen auf dem Fensterbrett kultiviert. Manchem Kakteenfreund steht überhaupt keine andere Möglichkeit zur Verfügung. Nun ist das Fensterbrett für jede Pflanzenpflege ein einseitiger und extremer Standort, da das Klima im Raum
in erster Linie auf die Bedürfnisse des Menschen abgestimmt ist. Verglichen mit andern Kulturmöglichkeiten (Gewächshaus und Frühbeet) ist die Kakteenpflege im Zimmer dadurch gekennzeichnet, daß in der Vegetationszeit die Temperaturen im Mittel verhältnismäßig niedrig liegen, obwohl es kurzfristig und einseitig zu starker Erhitzung kommen kann. Im Winter dagegen liegen die Temperaturen relativ hoch. Die Luftfeuchtigkeit ist stets relativ niedrig und die Beleuchtung einseitig. Daher sind nicht alle Gattungen für eine Fensterbrettkultur geeignet. Einige geeignete Arten sind in einer Tabelle aufgelistet.
Fensterlage: Kakteen lieben Licht und Sonne. Sie können daher im Zimmer nirgendwo anders, als direkt am Fenster kultiviert werden. Grundsätzlich sind Nordfenster oder stark beschattete Fenster wenig geeignet. Günstiger sind dagegen Südost-, Süd- und Südwestfenster. Vom Lichteinfall ist die Kultur am Südfenster am ehesten zu empfehlen.
Kulturbedingungen: Die Kultur am Fensterbrett setzt auch voraus, daß die Kakteen nicht in zu kleinen Tontöpfen gepflegt werden. Diese würden sich durch die Sonneneinstrahlung zu rasch erhitzen und schnell austrocknen. Sehr viel günstiger ist es, die Kakteen entweder in Kunststofftöpfe zu setzen oder aber die Tontöpfe in eine größere Schale oder Wanne einzufüttern. Als Einfütterungssubstrat eignet sich handelsübliche Kakteenerde. Diese Maßnahme hat den Vorteil, daß durch das nun größere Gefäß die Wurzeln der Kakteen vor krassen Temperaturschwankungen und Überhitzung bewahrt werden und ein ausgeglichener Feuchtegrad gewährleistet wird. Dies bietet insgesamt günstigere Wachstumsbedingungen. In der Ruhezeit ist durch ein leichtes Anfeuchten des Einfütterungssubstrats möglich, eine gleichmäßige Bodenfeuchtigkeit zu erhalten, ohne daß die Pflanzen direkt gegossen werden. Ferner wird die im Winter übliche niedrige Luftfeuchtigkeit im Zimmer an dieser Stelle verbessert.
Ausbaumöglichkeiten: Gute Möglichkeiten zur Kakteenkultur in der Wohnung biete ein ausgebautes Blumenfenster. Es erlaubt, das Klima des Pflanzenbereiches zumindest teilweise vom Klima des Wohnbereiches zu trennen. Hierbei sollten die Pflanzen in einer Wanne ausgepflanzt oder mit den Töpfen eingefüttert werden können. Für überraschend warme Tage im Frühjahr sollte eine Schattiermöglichkeit vorhanden sein. Auf der dem Zimmer zugewandten Seite erlauben Schiebetüren oder kleine Fenster ein bequemes Arbeiten. Sie schirmen zusätzlich die zu trockene und im Winter die zu warme Zimmerluft ab. Durch leichtes öffnen kann hier im Sommer ein Hitzestau und in kalten Winternächten zu tiefe Temperaturen vermieden werden. Eine Möglichkeit zu einer vor Regen geschützten Außenbelüftung sollte gegeben sein. Eine andere interessante Möglichkeit bietet noch die Kultur auf der Fensterbank vor dem Fenster, was vergleichbar mit einem Balkonkasten ist. Hier können die Pflanzen im Frühjahr, wenn keine Fröste mehr auftreten, aufgestellt werden. Der Vorteil liegt hier eindeutig in der ständig vorhandenen frischen Luft und die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht, was alle Kakteen mögen. Wichtig ist hierbei, daß ein Schutz vor Regengüssen geboten werden muss.
Übersicht geeigneter Arten am jeweiligen Standort
Kakteenstandort Wachstumsbedingungen Arten
Blumenbank im Zimmer Allgemein für Kakteen zu dunkel Bestenfalls an einem hellen Standort für Schlumbergera (Weihnachtskaktus) geeignet.
Fensterbank im Zimmer am Nordfenster Hell, aber ohne Sonne. Einseitiger Lichteinfall. Im Sommer verhältnismäßig kühl, im Winter verhältnismäßig warm. Schlumbergera (Weihnachtskaktus), Rhipsalidopsis (Osterkakteen)
Fensterbank im Zimmer Ost- oder Westfenster Einseitiger Lichteinfall. Hell, aber nur Morgen- bzw. Abendsonne Epiphyllen, in Südost- oder Südwestfenstern auch "Grüne Mammillarien", wie M. rhodantha und M. zeilmanniana. Notokakteen, wie N. ottonis. "Grüne Cleistokakteen", wie C. smaragdiflorus. "Grüne kleine Gymnocalycien", wie G. bruchii, G. andreae und G. baldianum. Säulenkakteen und Echinopsen. Bei Möglichkeit zu kühler Überwinterung auch Rebutien, wie R. krainziana und R. deminuta
Fensterbank im Zimmer am Südfenster Einseitiger Licht- und Wärmeeinfall. Überwinterungstemperatur liegt verhältnismäßig hoch. Töpfe möglichst einfüttern Dicht bedornte Mammillarien, wie M. elongata. Astrophyten, wie A. ornatum und M. myriostigma. Ferokakteen, etwa F. latispinus. Dicht bedornte, behaarte oder bereifte Cereen. Kleinbleibende Opuntien, wie O. microdasys. Thelokakteen, wie T. bicolor
Fensterbank vor dem Fenster, bei Südost- oder Südwestlage Wenn ein Schutz vor Regenfällen gegeben ist, in der Vegetationszeit ein guter Standort für robuste Kakteen. Für den Winterstandort sollte ein heller, kühler (5-10 °C) vorhanden sein. Töpfe möglichst einfüttern Robuste Echinopsen, Rebutien, Lobivien, Sulcorebutien, Mammillarien, Notokakteen, Gymnocalycien und kleine Trichocereen
Quelle: Götz und Gröner "Kakteen" Eugen-Ulmer-Verlag
Fensterbrettkultur