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Historie: Am Anfang des 18. Jahrhundert brachten europäische Seeleute aus den tropischen Wäldern Süd- und Zentralamerikas diese Pflanzen erstmals in ihre Heimat. Ein Jahrhundert später versuchten eifrige Pflanzenliebhaber in England die ersten Züchtungen. Die Beliebtheit dieser seltsamen blattförmigen Pflanzen griff auch bald auf Frankreich und Deutschland über. 1824 führte G. Ackermann eines der ersten Pflanzen nach Deutschland ein. Es war ein tiefdunkelrot blühender Blattkaktus, der vom Fürst Salm Reiffenscheidt Dyk (Salm-Dyk) Phyllocactus ackermannii genannt wurde. Obwohl diese reine Art heute sehr selten zu erhalten ist, entstand aus einer Kreuzung mit Helocereus speciosus der weitverbreitete "Schusterkaktus", der durch seine rote und reichhaltige Blüte in vielen Haushalten zu finden ist.
Eine weitere sehr alte Art ist Nopalxochia phyllanthoides. Umgangssprachlich ist diese Pflanze auch unter dem Namen "Deutsche Kaiserin" bekannt. Im Laufe der Zeit wurden weltweit immer mehr Hybriden gezüchtet, die heute ein unüberschaubares Maß an Vielfalt besitzt. Der namhafteste und eifrigste deutsche Züchter war hierbei Curt Knebel, der etwa um das Jahr 1900 mit den ersten Kreuzungsversuchen begann.
Pflege und Standorte: Die auch als "Epi´s" bezeichneten Gewächse, sind am Heimatstandort halbsukkulente Pflanzen, die ihre Nährstoffe über die Blätter aufnehmen. Sie wurzeln in Humus und sind durch das Blätterdach der Bäume vor praller Sonne geschützt. In ihrer natürlichen Umgebung haben sie genügend Luftfeuchtigkeit und häufige Regenduschen. In der heimischen Kultur sollte man diese Bedingungen beachten, auch das hier keine Kakteenerde als Substrat verwendet wird, obwohl sie zur Familie der Kakteen gehören. Absolute Trockenzeiten, wie bei Kugel- oder Säulenkakteen sind nicht angebracht. Die feinen Faserwurzeln verlangen auch im Winter nach einem leicht feuchten Substrat, wobei eine zu nasse Haltung zu vermeiden ist. Die Ruhezeiten, mit geringen Wassergaben, ohne Düngung und an einem kühlen Standort, sind wichtig für den nächsten Knospenansatz. Sie sollten jeweils ca. 4 Wochen lang, gleich nach der Hauptblüte und in der lichtarmen, kalten Jahreszeit (November- Februar) eingehalten werden. Während der Wachstumszeit sollten die Pflanzen hell gehalten werden. Hierbei kann man sie im Freien unter lichten Bäumen und Sonnendächern unterbringen oder im Zimmer, nahe eines Ost- bzw. Westfensters stellen. Das Süd-, Südost- und Südwestfenster ist wegen der prallen Sonneneinstrahlung ungeeignet. Allgemein sollte pralle Sonne vermieden werden. Erfahrungen haben gezeigt, daß Epiphyten sehr gut unter Glas wachsen. Hierbei sollte aber beachtet werden, daß die Verglasung in einem Frühbeet oder Gewächshaus eine relativ hohe Lichtstreuung (diffuses Licht) bewirkt. Nicht geeignet sind Klarglasgewächshäuser ohne entsprechender Abschattung. Empfehlen kann ich aber jede Art von Plexi-Verglasung, dir durch ihr Muster eine Lichtbrechung bewirkt. Gelblicher oder verbrannter Wuchs der Pflanze zeigt eine Reaktion auf zu viel Licht an. Ein zu dunklen Standort hat einen schwachen und dürren Wuchs zur Folge. Da Epiphyllen im Frühjahr und Herbst ihre natürlichen Wachstumsperioden haben, müssen sie zu diesen Jahreszeiten auch dementsprechend mit Wasser versorgt werden. Wenn die Pflanzen während der Blütenbildung und nach dem Abblühen etwas welk aussehen, sollten das nicht durch Überwässerung korrigiert werden. Es ist ein natürlicher Prozess, der sich nach gewisser Zeit von selbst behebt. Epiphyllen sind anpassungsfähige Pflanzen, die zwar eine Temperatur von etwa 7 - 21 °C bevozugen, tolerieren aber bei entsprechender Luftfeuchtigkeit und vorhandenen Schatten weitaus höhere Temperaturen. Sollte in den Herbstmonaten das rechtzeitige Einräumen in das Winterquartier vergessen worden sein oder eine überraschende Frostnacht eintreten, können "Epis´s" leichten Frost (-1 bis -3 °C) einige Stunden unbeschadet überstehen. Bei längerer Zeit unter diesen Bedingungen oder tieferen Temperaturen drohen Erfrierungen. In der Überwinterungszeit verlangen sie einen hellen und kühlen Standort, der mit 7 - 10 °C temperiert ist. Eine künstliche Beleuchtung sollte, wenn überhaupt, zu den Tageszeiten erfolgen.
Besonderheit Schlumbergera: Zum Beispiel verlangt der Weihnachtskaktus (Schlumbergera) während der Blütenbildung in den Abend- und Nachtstunden absolute Dunkelheit von etwa 12 Stunden, was in den Herbstmonaten durch die längeren Nächte am Fensterbrett erreicht wird. Das Umstellen an einen dunklen Ort, bei sehr hell erleuchteten Zimmern fördert die Blütenbildung ungemein. Standortwechsel und ständiges drehen der Pflanze in der Tageszeit
sind zu vermeiden, da hierbei die Gefahr sehr hoch ist, daß die angesetzten Knospen abgeworfen werden. Wer seine Pflanzen morgens aus dem Nachtstandort wieder an den Tagesstandort umsetzt sollte darauf achten, daß sie wieder so ausgerichtet werden, wie sie Tags zuvor standen. Eigene Erfahrungen haben für diese Gattung das Nordfenster als favorisierten Standort ergeben, welcher um 20 °C warm temperiert ist und abends nicht beleuchtet wird. Im Oktober - Anfang November entdeckt man an den Triebspitzen kleine Knospenansätze, die schnell größer werden. Nach ca. 6-10 Wochen öffnen sich die ersten Blüten, die je nach Züchtung in einer anderen Farbenpracht für einen Blickfang sorgen.
Düngung: Während der Wachstumsperiode ab März bis August kann ein ganz normaler Zimmerpflanzendünger (kein Kakteendünger) verwendet werden. Man sollte hierbei aber bedenken, daß hohe Dosierungen und häufige Düngergaben nicht gleich schnelleres und besseres Wachstum zur Folge haben. Die Hälfte der angegebenen Dosierung ist angemessen. Abzuraten ist von Voll- und Blaukorndüngern. Der hohe Stickstoffgehalt verursacht kleine runde Faulstellen an den Blättern, die später eintrocknen.
Substrat und Gießwasser: Das Sustrat für epiphytische Kakteen sollte locker, humos und kalkfrei sein. Perlite, Bromeliensubstrat, Vermiculite, gröbere Lava mit torfhaltiger Erde haben sich als Substratgemisch bewährt. Das Gieß- und Sprühwasser sollte wie bei Kugel- und Säulenkakteen kalkfrei sein.