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Reisebericht: Dominikanische Republik, Halbinsel Samana, Las Galeras, Casa Marina Bay
Safari Tropical: Drei Tage nach unserer Ankunft unternahmen wir die erste Tour. Die Hotelumgebung war soweit erkundet und nun wollten wir die Landschaft dieser Halbinsel kennen lernen. Für dieses Vorhaben war die gebuchte Jeep-Safari optimal. Durchgeführt wurde sie von George (nach eigenen Angaben Hackl Schorsch) und seinem Cousin Malvin (achten Sie mal auf den Ausspruch "Nu pass mal uff"), die für den ansässigen Anbieter IBERDOM arbeiten. Zwei lustige Dominikaner, mit denen wir uns gleich auf Anhieb
Auf zur "Safari Tropical"
anfreundeten. George, mit seinem Che Guevara T-Shirt, habe wurde gleich mit "El Comandante" begrüßt. Raten Sie mal, wer für den Rest des Urlaubs dann diesen Namen bekommen hat. Wer von Ihnen eine Tour mit den beiden unternimmt, kann ja mal einen schönen Gruß vom "El Comandante" aus Deutschland bestellen.
Unser erstes Ziel war "Boca di Diabolo", das "Nasenloch des Teufels ". Auf dem Weg dorthin ging es vorbei an einer alten verlassenen Marmormine. Beeindruckend war der angrenzende Gebirgszug, der mit unzähligen Säulenkakteen und Agaven bewachsen war. Ein herrliches Panorama. Das "Nasenloch des Teufels" ist ein kleiner, vom Meer ausgewaschener, Schlund. Bei entsprechender Brandung wird das ca. 20 m tiefer gelegene Wasser des Meeres in diesem Schlund verdichtet und eine Wasserfontäne schießt
Malvin (li) und George (re)
nach oben. Je stärker die Brandung, je höher die Fontäne. Bei starkem Sturm sind Fontänen bis zu einer Höhe von 80 m drin. An diesem Tag war die See leider recht ruhig, so dass man nur ein Fauchen hörte und ein kräftiger Windzug aus der Spalte drang. Trotzdem war es ein sehr beeindruckendes Naturschauspiel, was man gleich mit einer kräftigen Rum-Cola feierte.
Danach ging es in Richtung Samana (Santa Barbara de Samana), wo das dortige Ziel der samstägliche Markt war. Hier bekommt der Dominikaner alles, was für das nun folgende Wochenende benötigt wird. Wer sich schnell ekelt, sollte an den Fleischständen wegschauen. Hier wird Frischfleisch ohne jegliche Kühlung verkauft. Wie schon bei der Anreise auffiel, ist das Moped ein beliebtes Fortbewegungsmittel. Es ist bewundernswert, dass zwischen geschäftigem Treiben und Mopedverkehr kein Unfall passiert.
Gebirge am "Nasenloch des Teufels"
Wir schlenderten also eine Runde um den Markt, vorbei an diversen Obst- und Fleischständen, Textil- und Schuhverkäufern. George und Malvin baten uns vorher, für den Weg zur Playa del Valle vorsorglich Bonbons einzukaufen. Nach etwa 30 Minuten ging die Fahrt auch wieder weiter, um am Hafen von Samana einen erneuten Halt einzulegen und das schöne Panorama von einem Berg aus zu genießen.
Der Marktbesuch zur Vormittagszeit hatte durstig gemacht und man bekam erneut einen kräftigen "Kuba Libre" eingeschenkt. Wenn Sie die kalte Coca Cola, Fanta und Sprite lieber alkoholfrei trinken möchten, so sollten Sie das sofort und nachdrücklich sagen. Ihr Becher ist sonst schneller mit Rum gefüllt, als man gucken kann. Auf dem Weg zur Playa del Valle durchfuhren wir einige arme Bergdörfer. Die dortigen Kinder empfingen uns am Straßenrand mit einem lauten und winkenden "Adios". Jetzt kamen die gekauften Bonbons zum Einsatz.
Fischer in Samana, im Hintergrund Cayo Levantado (Bacardi-Insel)
Wir habe noch nie Kinder gesehen, die sich so über Bonbons freuten, die wir ihnen zuwarfen. Das war sehr ergreifend. Irgendwie entstand der Eindruck wie ein vorbeifahrender Karnevalszug. Die Kinder sammelten blitzschnell, die in den Staub der Straße geworfenen Bonbons ein.
Manchmal bekam jemand, der nicht schnell genug war, keines davon ab. George berichtete, dass sie absichtlich immer wieder andere Routen nehmen, damit die Kinder nicht die Schule schwänzen. Sie würden sonst den ganzen Tag auf die "Bonbontouristen" warten. Vorbei am höchsten Berg der Halbinsel, dem "Monte la Meseta" mit seinen 606 m, erreichten wir die Playa del Valle. Hier wurde genug Zeit zum Baden und anschließendem Mittagessen eingeplant, welches in einer kleinen Gaststätte am Strand zubereitet wurde.
Die Stadt Samana
Das Badeangebot nahmen wir sofort wahr, da uns Las Galeras bisher nicht mit Wellen verwöhnt hatte und auch den Rest des Urlaubs nicht den Gefallen tat. Es war einfach traumhaft. Ein einsamer langer Sandstrand, eingefasst vom angrenzenden Gebirge. Etwa 30-40 m vom Strand entfernt taten sich Wellen von 2-2,50 m Höhe auf. Nach dem ausgiebigen Badespaß kam dann auch der Hunger.
Wochenendmarkt in Samana Der Hafen von Samana
"Monte la Meseta" höchster Berg der Halbinsel Beeindruckende Brandung an der "Playa del Valle"
Zum Mittagessen wurde ein Buffet aus gegrilltem Fisch und Hühnchen, Reis, Salat und Nudelsalat aufgebaut. Lecker waren auch die Kokosmarkstreifen. Hinterher wurde noch ein starker Kaffee mit Gebäck angeboten. Gestärkt verließen wir die Playa del Valle um das Ziel, einen kleinen Stufenwasserfall, anzufahren.
Hier konnte man sich im kühlen Süßwasser erfrischen, was unserer Fahrer durch einen Handstand im Wasser auch signalisierte. Nach kurzem Aufenthalt und erneutem Getränkeausschank machten wir uns auf den Weg in die Bergdörfer. Dort sollte das Ziel ein kleiner dominikanischer Souvenirladen sein. Von hier aus hatte man einen fantastischen Ausblick auf die "Bahia de Samana", insbesondere auf die "Bacardi-Insel". Nachdem alle Einkäufe getätigt waren, ging es nun in Richtung Las Galeras zurück, um unterwegs bei einer dominikanischen Familie zu halten. Hier zeigte man uns die Landwirtschaft auf der Halbinsel. Neben den Kokosnüssen (es gibt etwa 8 Millionen Bäume auf Samana) werden Ess- und Kochbananen, Papaya, Zuckerrohr, Maniok, Süßkartoffeln, verschiedene andere Wurzelarten, Kakao und Kaffee angebaut. Zusätzlich werden einige Kräuter als Medizin angepflanzt, da Arztbesuche und Medikamente sehr teuer sind. Meistens ist die nächstgelegene Klinik vom jeweiligen Dorf sehr weit entfernt. Nach der Führung durch den
"Playa del Valle" Blick nach rechts
"Playa del Valle" Blick nach links
dominikanischen Garten, wurden wir eingeladen, verschiedene Erzeugnisse auszuprobieren. Es konnte sich jeder ein geschmackliches Bild vom geernteten Kaffee, verschiedenen Teeblättern, hergestellten Kakao sowie von Papaya- und Orangenhäppchen machen. Zur Verdauung gab es einen "Mama Juana", wobei man bei der Rumkonzentration den Eindruck hatte, dass es sich hier eher um einen "Papa Juana" handelte. Man konnte ganz genau den Weg zum Magen verfolgen. Nach der Verkostung hatte man die Möglichkeit, einige Produkte bei der Familie einzukaufen und das kleine Häuschen zu besichtigen. Danach brachen wir wieder auf, um zum Hotel zurück zu kehren
Dominikanisches Haus in einem Bergdorf Stufenwasserfall in den Bergen
Da es im Bergdorf keinen Strom gibt, wird der Fernseher mit einer Autobatterie betrieben Früchte und Produkte
Eine blühende Kochbananenpflanze Die Küche befindet sich in einer zweiten Hütte
Schlafzimmer und Wäschekammer Praktisch eingerichtet
Als Fazit bleibt, dass wir einen sehr schönen und interessanten Ausflug gebucht hatten. George und Malvin gestalteten ein unvergessliches Erlebnis. Wir können jedem Urlauber diese Tour nur empfehlen. Sie werden nicht nur sehr viele schöne Orte dieser Halbinsel kennen lernen, sondern auch unmittelbaren Kontakt zu den Einheimischen bekommen. Schauen Sie sich deren Lebensbedingungen an und lassen sich ihren Alltag erklären. Bevor Sie diese Tour unternehmen empfehlen wir, Sonnencreme mit einem hohen Lichtschutzfaktor einzupacken. Vergessen Sie nicht, für Souvenirs und Bonbons (ca. RD$16) Geld mitzunehmen. Wenn Ihnen die Tour genau so gut gefallen hat wie uns, ist man für ein kleines Trinkgeld sehr dankbar.
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25.03.2003 - 09.04.2003
Ausflüge