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Reisebericht: Dominikanische Republik, Halbinsel Samana, Las Galeras, Casa Marina Bay
Santo Domingo: Die nächste Tour sollte uns nach Santo Domingo führen. Das es eine nicht ganz erholsame Fahrt werden würde, war uns vorher bekannt. Ist doch pro Richtung eine Fahrzeit von etwa 4,5 Stunden einzuplanen. Daher begann der Tag auch schon recht zeitig. Unser Bus fuhr pünktlich um 6 Uhr mit dem Reiseleiter Malvin von der Hotelanlage ab. Unterwegs stiegen noch Urlauber aus dem Hotel La Tambora Beach bzw. in Sanchez aus Las Terrenas zu. Nach etwa 90 Minuten Fahrt, genau an der Überquerung zur Halbinsel
Steintreppe am "Tres Ojos"
Samana, wurde eine Rast in einem kleinen Einkaufsmarkt zum Frühstück eingelegt, da im Hotel das Frühstücksbuffet erst um 6.30 Uhr geöffnet wird. Ein Lunchpaket hätte man im Casa Marina Bay bestellen können. Dafür verlangt das Hotel aber pro Paket 4 US$.
Es gab leckere belegte Salami- und Schinkenbrötchen und Kaffee (im Tourpreis inklusive). Die Möglichkeit Getränke einzukaufen, eine Zigarette zu rauchen und die Toilette zu benutzen sollten sie wahr nehmen, da in den nächsten 3 Stunden nicht mehr angehalten wird. Nach kurzer Rast und gestärkt setzten wir unsere Fahrt fort. Vorbei an landschaftlich wechselnden Gegenden. So fuhren wir durch das größte Reisanbaugebiet des Landes und einer alten Goldstadt. Nach etwa weiteren 2 Stunden erreichten wir die
Eines der 3 Augen
einzige dominikanische Autobahn (ja sie lesen richtig), die direkt in die Hauptstadt führt. Natürlich ist diese zweispurige Straße nicht mit unseren Autobahnen zu vergleichen, die Fahrt gestaltet sich hier aber ungewohnt ruhig.
Vorher musste man immer mit einem Aufsetzer oder ungewolltem abheben aus dem Sitz rechnen, womit hier auch kurz auf den Fahrstil des Busfahrers eingegangen ist. Kurz vor Santo Domingo befindet sich eine Mautstelle. Hier müssen alle Fahrzeuge eine Gebühr (im Tourpreis inklusive) zum passieren in die Stadt bezahlen. Wenn sie die Stadt wieder verlassen wird dann noch einmal eine Gebühr fällig. Nachdem wir uns durch den chaotischen Stadtverkehr gequält haben, erreichten wir das erste Ziel "Tres Ojos" oder
Haie im "Aquario Nacional"
übersetzt "Die 3 Augen". Hier befinden sich 3 dunkelblaue Seen, die durch ein bizarres Höhlenlabyrinth verbunden sind. Beeindruckende Gesteinsformationen und Aushöhlungen, die im Laufe der Zeit entstanden, geben einen mächtigen Anblick.
Nach kurzer Führung setzten wir die Fahrt in das "Aquario Nacional" fort. Etwa 20 Minuten waren für die Besichtigung des Meeresmuseums eingeplant. Im Schnelldurchlauf wurden die einzelnen Meeresbewohner in den Aquarien bestaunt. Zu sehen sind hier Wasserschildkröten, Haie, Riesenrochen und viele karibische Fischarten. Leider blieb nicht viel Zeit, länger an den einzelnen Aquarien zu verweilen. Wir fuhren weiter zum "Faro a Colon", was allen Protesten zum Trotz 1992, anläßlich der 500-Jahr-Feier
"Faro a Colon"
der Entdeckung Amerikas, errichtet wurde. Das kostspieligste und gewaltigste Mausoleum der Neuzeit ist etwa 240 m lang, 34 m breit und 46 m hoch.
Betrachtet man es von oben, so bildet der Grundriss ein lateinisches Kreuz. 146 Laserstrahler, mit einer Leistung von 350 000 Watt projizieren ein Lichtkreuz in den Nachthimmel. Malvin berichtete uns, daß diese Projektion an jedem Freitag- und Samstagabend, ab 20 Uhr, für 2 Stunden durchgeführt wurde. Nach massiven Protesten der Stadtbewohner, durch daraus resultierenden Stromausfällen in den Häusern und der immensen Energieverschwendung, werden die Laser nur noch bei besonderen
"Alcazar de Colon"
Anlässen eingeschaltet. Wer dieses Schauspiel genießen möchte, sollte zum Jahreswechsel (01.01.), dem Unabhängigkeitstag (27.02.), zu Ostern und dem Kolumbus-Tag (12.10.) in Santo Domingo verweilen.
Danach ging es weiter zur "Plaza de Espana", welcher auch im Volksmund "Plaza del Solazo" (Platz des Sonnenstichs) genannt wird. Der Name wurde nach der Restaurierung im Jahre 1991 geprägt, weil kein einziger Baum mehr auf dem weit gepflasterten Platz zu finden ist. Rechtsseitig auf diesem Platz befindet sich das "Alcazar de Colon". Es war die Residenz des ersten Vizekönigs der Neuen Welt, Diego de Colon. Zügig liefen wir über den Platz, um das "Museo de las Casas Reales" zu besichtigen. Damalig diente der gewaltige Gebäudekomplex als Residenz spanischer Gouverneure und der
Die 1753 errichtete Sonnenuhr vor dem "Museo de las Cases Reales"
Oberbefehlshaber des Militärs. Hier ist über 2 Etagen heute die Kolonialgeschichte des Landes bis zur Unabhängigkeit von Spanien dokumentiert.
Im unteren Stockwerk wird die Entdeckung Hispanolas durch Kolumbus durch Karten, nautischen Geräten und Schiffsmodellen veranschaulicht. Im oberen Stockwerk sind der originalgetreu eingerichtete Festsaal und die Schreibstube des Gouverneurs zu bewundern. Ein besonderes Schmuckstück ist ein erhaltener Apothekenschrank aus dem 18. Jahrhundert. Vor dem "Museo de las Casas Reales" befindet sich die erste öffentliche Uhr der Stadt. Die "Reloj de Sol", eine Sonnenuhr, wurde 1753 auf Anordnung des damaligen Gouverneurs aufgestellt. Hier konnte er nun kontrollieren, ob die Bediensteten die Arbeitszeiten einhielten. Unmittelbar dahinter beginnt die "Calle de las Damas". Es ist die älteste gepflasterte Straße der neuen Welt, welche wir nun entlang schlenderten. Nach kurzer Zeit erreichten wir das "Panteon Nacional". Es ist eine vom Diktator Trujillo 1955 errichtete Grabstätte, wo zahlreiche Heroen der dominikanischen Geschichte beigesetzt wurden. Ein Soldat in Paradeuniform hält hier rund um die Uhr die Ehrenwache. Wir gingen danach weiter auf der "Calle de las Damas", wo das nächste Ziel der "Torre de Homenaje" (Huldigungsturm) besichtigt wurde. Der Gouverneur Nicolas de Ovando ließ 1503 das 18,5 m hohe Bauwerk errichten, von dem aus die in den Hafen einlaufenden Schiffe mit Salutschüssen begrüßt wurden. Von der obersten Plattform bietet sich ein herrlicher Blick auf die Altstadt und dem Rio Ozama mit dem neuen Kreuzfahrthafen, wo gerade die AIDAvita vor Anker lag. Der "Torre de Homanaje" hat aber auch eine blutige
Ehrenwache im "Panteon Nacional"
Fenstermosaik in der Basilica "Santa Maria Menor"
Grab im "Panteon Nacional"
Geschichte. In den Verliesen der Festung wurden Indios zu Tode gefoltert und zur Zeit der Inquisition Ketzer gefangen gehalten. Noch im 20. Jahrhundert diente die Anlage als Gefängnis, in das Diktator Trujillo in Ungnade gefallene Bürger einsperren ließ.
Calle de las Damas Hauptaltar in der Basilica "Santa Maria Menor"
Die Entdeckungsrouten des Kolumbus im "Museo de las Cases Reales" Apothekenschrank im "Museo de las Cases Reales"
Zu Fuß ging es weiter zur "Basilica Menor de la Virgen de la Annunciacion", welche der Höhepunkt des Ausfluges nach Santo Domingo darstellen sollte.
Sie darf nur mit bedeckten Beinen betreten werden. Wärter am Einlassportal achten sehr genau darauf. Wer kurze Hosen trägt wird abgewiesen und muss vor der Basilica auf die Gruppe warten. Männern ist zu empfehlen, an diesem Tag eine Zip-Hose zu tragen. Frauen werden hinein gelassen, wenn der Rock oder die Hose mindestens die Knie bedeckt. Die Basilica, auch kurz Santa Maria la Menor genannt, ist das älteste Gotteshaus der Neuen Welt. Errichtet wurde sie von 1521 bis 1540 unter Bischof Alejandro Geraldini im spätgotischen Stil. Im Jahr 1546 erhob Papst Paul III. das Gotteshaus zur ersten erzbischöflichen Kathedrale der Neuen Welt. Stark beschädigt wurde die Kathedrale 1586, als der englische Pirat Sir Francis Drake die Stadt überfiel und dessen Truppen im Inneren kampierten. 1877 stieß Pater Francisco Xavier Billini bei Renovierungsarbeiten auf ein Grab, in dem er aufgrund der Inschrift die Gebeine von Christoph Kolumbus vermutete. 1898 wurde für diese Überreste hinter dem Hochaltar ein gigantisches neogotisches Grabmonument geschaffen. Seit 1992 befinden sich die angeblichen Gebeine im "Faro a Colon". Die Basilica verfügt neben dem Hauptaltar noch über 14 Seitenkapellen mit aufwändig aufgearbeiteten Altären. Gleich rechts neben dem Nordeingang fand Bischof Alejandro Geraldini seine letzte Ruhestätte. Sehr beeindruckend ist das Farbenspiel des Lichts in den Fenstern der Basilica, die man über das Südportal wieder verlassen kann. Nach dem Mittagessen in einem Restaurant, fuhren wir zum letzten Tagesziel, wo man in der Haupteinkaufsstraße genügend Zeit zum shoppen bekam. Gegenüber befindet sich der "Parque de la Indepedencia", in dessen Zentrum der von Ehrengarden bewachte "Altar de la Patria" steht. Hier ruhen die Heroen der Unabhängigkeitsbewegung von 1844 (Duarte, Sanchez und Mella). Eine in den Boden eingelassene Windrose zeigt den Nullpunkt an, von dem die Entfernungen zu allen Städten der Republik gemessen werden. Etwa gegen 15.30 Uhr traten wir die Heimreise an, um noch rechtzeitig vor dem Ende des Abendbuffets (22 Uhr) im Hotel einzutreffen. Vor uns lagen wieder etwa viereinhalb Stunden Fahrzeit. Ein Zwischenstop wurde nach 3 Stunden wieder am kleinen Einkaufsmarkt an der Überquerung zur Halbinsel Samana eingelegt. Der Laden hatte zwar schon geschlossen, man machte für uns aber die Türen wieder auf. Hier konnte sich jeder noch einmal mit Alkohol, Tabak, Süßigkeiten und Getränken eindecken. Begleitet von einem kräftigen Gewitter mit starken Regen, erreichten wir gegen 21 Uhr wieder das Casa Marina Bay.
Seitenkapelle in der Basilica "Santa Maria Menor"
"Torre de Homenaje"
Auf dem "Rio Ozama" lag die AIDAvita vor Anker
 
 
Einkaufsstraße in Santo Domingo Parque de la Indepedencia
Das Fazit dieses Ausfluges ist schwer einzuschätzen. Was die Stadt Santo Domingo betrifft, so empfehlen wir jeden, sie zu besuchen. Über die Art der Anreise sind wir geteilter Meinung. Muss man doch schon allein gut 9 Stunden in einem nicht gerade sehr bequemen Minibus verbringen. Hier haben wir weitaus bessere Reisemöglichkeiten in Kuba kennen gelernt, wo eine ähnliche Entfernung mit dem Flugzeug (1 Stunde Flugzeit) zurückgelegt wurde. Der nationale Flughafen von Samana ist nach etwa 1 Stunde Transferzeit erreicht. Leider ist das Fliegen in der Dominikanischen Republik nicht so eine preiswerte Angelegenheit, wie in Kuba. Sollten sie sich für diese Tour von Samana aus entscheiden, so werden sie einen sehr stressigen Tag erleben. Durch die lange Anfahrzeit, haben sie wenig Zeit, die geplanten Sehenswürdigkeiten genau zu besichtigen. Alles lief gehetzt und strikt nach Zeitplan ab. Unter diesen Bedingungen würden wir die Tour nicht wieder buchen.
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