| Los Haitises: Die letzte Tour führte in den Nationalpark Los Haitises. Pünktlich um 8 Uhr wurden wir vom Bus abgeholt. Zunächst ging es nach Sanchez, wo nach etwa 45 Minuten ein Schnellboot auf uns wartete. Von hier aus werden die Transfers in den Nationalpark unternommen. Nach etwa 40 minütiger Fahrt in der "Bahia de Samana" erreichten wir den Nationalpark. Unzählige kleine Inseln bilden in dem seichten, brackigen Wasser ein geheimnisvolles Labyrinth. Zuerst fuhren wir mit dem Boot in eine Höhle. Hier hörten wir, wie die Höhlen erdzeitlich entstanden und die Dominikanische Republik diese einzigartige natürliche Oase schützt. Dürfen doch nur befugte Guides Führungen in diesem Areal unternehmen. Danach betraten wir eine Insel, um die Pflanzenwelt genauer kennen zu lernen. Hierbei lernt der Europäer, welche Pflanzen gegen die unterschiedlichsten Beschwerden eingesetzt werden. Dabei wird natürlich auf das obligatorische Rumgetränk nicht verzichtet, was anschließen ausgeschenkt wurde. Wenig später fuhren wir dann mit dem Boot in die Mangrovenwälder. Wie Stelzen ragen die prachtvollen Mangrovenbäume aus dem Wasser empor. An den Wurzeln kann man kleine rote Krebse beim krabbeln beobachten. Auch hier wird wieder eindrucksvoll die erdgeschichtliche Entstehung beschrieben. Wir setzten die Fahrt zu den kleinen felsigen Inseln fort, wo sich unzählige Kormorane, Fregattvögel, weiße und blaue Reiher, Braunpelikane und Truthahngeier aufhielten. Nach einigen am Wasser befindlichen Höhlen, sollte es nun zu Fuß in die Karsthöhlen gehen. Hier suchten früher die indianischen Ureinwohner, die Tainos, Schutz vor Wind, Wetter und Feinden. In den weichen Kalkfelsen hinterließen sie Ritzzeichnungen, deren Alter auf 2000 bis 3000 Jahre datiert wird. Die Wände der "Cuevas de Cano Hondo", schmücken die Abbildungen verschiedener Tiere, darunter ein Buckelwal, sowie abstrakte geometrische Formen. George erklärte, wie sich die Zeichnungen im Laufe der Entdeckung durch Kolumbus veränderten. Vorher waren meist fröhliche Zeichnungen in den Fels geritzt. Nach der Endeckung waren viele Zeichnungen von Krankheit und Tod geprägt. Man vermutet, daß die Eroberer Krankheiten in die neue Welt eingeschleppt hatten, die viele Tainos töteten. Man kannte diese Krankheiten nicht und konnte somit auch keine pflanzliche Medizin zur Heilung einsetzen. Versklavung und Vertreibung taten ihr übriges, um die Ureinwohner gänzlich auszurotten. In der heutigen Bevölkerung der Dominikanischen Republik lebt kein einziger Einwohner, der von den Tainos abstammt. Nach Besichtigung vieler Höhlen sollte es nun zu den Seesternen gehen. Für ein kurzes Foto-Shooting wurde dieses Lebewesen aus dem Wasser genommen. Dabei war der Bootsführer sehr einfallsreich. Länger als 1 Minute hat man nicht Zeit, damit diese Tiere das auch unbeschadet überstehen. Sie wurden auch sofort wieder ins Wasser gesetzt. Nun kam eigentlich der schönste Teil der Tour. Quer durch die raue "Bahia de Samana" bei entsprechender Geschwindigkeit. Es wurden alles eingesammelt, was nass werden konnte und entsprechende Plastikumhänge verteilt. Das Gepäck wurde sicher im Bug verstaut. Vorher taten uns einige Delphine noch den kurzen Gefallen für ein Foto aus dem Wasser zu springen. Jetzt wurde es auch höchste Zeit, da der Wetterdienst vor einem Gewittersturm warnte und es sich hinter uns auch schon bedrohlich verfinsterte. Durch den zunehmenden Wind war die Überfahrt ein ständiges hoch und runter, gepaart mit kräftigen Wasserduschen der Bugwelle. Kaum auf der anderen Seite angekommen, wurde das Wetter schlagartig schlechter und der Wind erreichte Sturmstärke. Die Überfahrt war in letzter Sekunde geschafft. Jetzt gab es zur Stärkung an einem aufgebauten Buffet einheimische Kost. |
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