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Reisebericht: Türkei, Side (Kumköy), Totale Sonnenfinsternis, Palm Beach Hotel
Vorbereitung: Sonnenfinsternisse zählen wohl zu dem spektakulärsten kosmischen Schauspiel, welches unsere Erde zu bieten hat. In früher Jugend hat man staunend am Fernseher die Berichterstattung verfolgt, wenn sich der Mond vor die Sonne schob. Anfang der 90-er Jahre kam die zu erwartende totale Sonnenfinsternis in Deutschland, die am 11.08.1999 stattfand, in den näheren Fokus. Da wir uns zu diesem Zeitpunkt beruflich in Stuttgart befanden, war natürlich der Beobachtungsstandort perfekt, zumal die Schwabenmetropole direkt auf dem zentralen Finsternispfad lag. Der Verlauf dieser Finsternis ist für viele Beobachter hinlänglich bekannt, indem er buchstäblich ins Wasser gefallen ist. Einige Regionen hatten Glück, wo die Wolkendecke kurz die Sicht freimachte oder an einigen Standorten im Chiemgau, wo die gesamte Totalität beobachtet werden konnte. Ein Entschluss wurde aber schon während dieser Sonnenfinsternis gefasst. Dieses kosmische Schauspiel bei hoffentlich besseren Wetterbedingungen zu beobachten. Es wurde recherchiert, in welcher Region der Erde die Finsternisse in den kommenden 10 Jahren stattfinden. Hierzu kristallisierte sich aus wettertechnischer und finanzieller Sicht immer mehr der Termin 29.03.2006 heraus. Somit begann die Vorbereitung der Reise schon im Jahr 1999. Im Laufe der Zeit und je näher das Jahr 2006 rückte, wurde im Internet nach diversen Veranstaltern von astronomischen Reisen gesucht, denen wir uns anschließen konnten. Sollte organisatorisch der Fokus nur auf die bevorstehende totale Sonnenfinsternis gerichtet sein, ohne irgendein festes kulturelles Rahmenprogramm aber mit der Option, bei schlechtem Wetter noch einen anständigen Urlaub zu verbringen. Darüber hinaus sollte sich der Urlaubsort in unmittelbarer Nähe zum Finsternispfad befinden, um unnötig lange Fahrten in Kauf nehmen zu müssen. Also sehr viele Anforderungen an den Organisator einer Reise. Wir prüften die Angebote diverser Veranstalter. Vom Urlaub in der Wüste Lybiens bei über 90%-iger Wettergarantie mit persönlichen Getränkebutler und bis zu unglaubliche 5000 Euro/Person teuer ( Eclipse City), eine kulturelle Reise in den Norden Ägyptens mit dem Höhepunkt an der Grenze zu Lybien, bis zum Kultur-Trip ins tiefste Kappadokien mit besseren statistischen klimatischen Bedingungen, als an der Küstenregion um Side. Es gab also genug Angebote zu prüfen. Anhand unserer gesetzten Vorgaben kam aber immer mehr die Türkei in den engeren Auswahlkreis. War diese Finsternis-Expedition in finanzieller Hinsicht recht attraktiv. Zwischen den Jahren 1999 und 2006 fanden natürlich auch Finsternisse auf der Erde statt, die aber meist recht teuer ins tiefste Afrika oder fast unbezahlbar in die entferntesten Regionen der Erde, in die Antarktis, auf einem Eisbrecher (ab 25.000 Euro) führte. Im Oktober 2005 fiel uns dann eine kleine Anzeige eines privaten Organisators aus Peine (Wolfgang Meirich) auf, der mit Hilfe eines ansässigen Reisebüros ( Benzer Touristik) in unmittelbarer Nähe des zentralen Finsternispfades ein Hotel bezog. Im beschriebenen Angebot sahen wir auch unsere Vorstellungen nahezu erfüllt. Der Kontakt wurde sehr schnell aufgenommen. Leider hatten unerwarteter Weise schon so viele Sofi-Interessierte fest gebucht, das eine Unterkunft im angebotenen Nova Park nicht mehr zu bekommen war. Es wurden aber schnell durch Herrn Benzer Kontingente in einem gleichwertigen Hotel, in unmittelbarer Nähe, organisiert. Somit konnten wir die Reise nach Side/Kumköy in das Palm Beach Hotel fest buchen. In regelmäßigen Abständen wurden wir durch Newsletter auf das bevorstehende Ereignis eingestimmt, wie zum Beispiel ein Vororttermin im Januar 2006, wo die örtlichen Beobachtungsbedingungen ausgekundschaftet wurden. Darüber hinaus gab es wichtige organisatorische, foto- und videotechnische sowie sicherheitsrelevante Hinweise zur Beobachtung einer totalen Sonnenfinsternis.
Anreise: Wir entschlossen uns erstmalig vom nahegelegenen Flughafen Leipzig-Halle unsere Reise zu starten, den wir zwar immer schon einmal nutzen wollten aber bisher nie ein Flug vom Reiseveranstalter zu unseren Urlaubszielen angeboten wurde. Das empfindliche astronomische Gepäck sollte auch nicht weiter als notwendig transportiert werden. Zu unserer Überraschung war am Flughafen an diesem Tag ein ungewöhnliches Treiben zu beobachten. Ein Frühlingsfest, so stellen wir in Erfahrung, machte den sonst recht überschaubaren Check-In und Terminal zu einem Rummelplatz. Das man mit diesen Veranstaltungen gern neue Flugkundschaft anlocken möchte ist sicherlich die Strategie der Betreiber. Das aber teilweise 3 Stunden vor dem Abflug eintreffende Passagiere dem ganzen Publikumsverkehr mehr oder weniger im Weg herum stehen und somit abgeschreckt werden, zukünftig diesen Flughafen jemals wieder zu benutzen, kann eine nicht gewünschte negative Konsequenz der Veranstaltung verursachen. Auch andere unangenehme Kleinlichkeiten in Form von Provinzpossen beim Chek-In des astronomischen Gepäcks, durch normalerweise erfahrendes Lufthansa-Bodenpersonal, empfahlen Leipzig/Halle nicht gerade als Startpunkt für zukünftige Urlaubsreisen. Der Flug mit der Gesellschaft Sunexpress verlief ohne Probleme. Die anfängliche Sorge über Probleme bei der Einfuhr der Foto- und Videoausrüstung waren bei der Abfertigung glücklicher Weise unbegründet. Ist bei normalen Reisen ein bürokratischer Akt zu erledigen, mehrere Foto- und Videokameras oder optisches Gerät in dieser Stärke in die Türkei einzuführen. Hier wurde wahrscheinlich vom zuständigen Ministerium für den Zeitraum Kulanz angeordnet. In gewohnter Weise erwartete man uns am Flughafen Antalya um den richtigen Bus zum Hotel zuzuweisen. Nach einer Busfahrt von etwa 90 Minuten erreichten wir das Palm Beach Hotel. Da es schon nach Mitternacht war, gab man sich viel Mühe uns einzuchecken. Durstigen und hungrigen Gästen wurde noch etwas angeboten.
Hotel: Das Palm Beach Hotel befindet sich, wie im Vorfeld schon erwartet, inmitten einer ganzen Reihe von Hotelkomplexen mit direktem Zugang zum Strand. Entsprechende Bewertungsportale ( Holidaycheck) wiesen es als recht gute Anlage in der Region Side aus. Wie wir am ersten Morgen schon feststellen mussten leider etwas zu hellhörig. So bekamen wir im Halbschlaf (die Ankunft erfolgte ja nach Mitternacht) diverse telefonische Verabredungen zum Frühstück und das Zuschlagen von Türen um uns herum mit. So nutzten wir auch am ersten Morgen gleich das Spätaufsteherfrühstück, was vom Personal sehr liebevoll und in mediterraner Art zusammengestellt wurde. Zur Ausstattung selbst verfügt das Hotel neben einem Pool im Außenbereich auch über einen überdachten und beheizten Pool. Für Wellness und Entspannung sorgen Achmed und seine Crew im Hamam und in den Massageräumen.
Eingangsbereich vom Palm Beach Hotel
Der Hamam und die Sauna können kostenlos genutzt werden. Die Massagen kosten je nach vereinbarten Besuchen. Hier ist ein wenig Verhandlungsgeschick gefragt. Darüber hinaus können eventuelle Folgen des sehr guten Essens im hoteleigenen Fitness-Studio bei kostenfreier Nutzung abtrainiert werden. Restaurant und Bar waren geräumig eingerichtet und man fand zu jeder Zeit Platz. Die Qualität der Speisen war wie schon erwähnt sehr lecker, abwechslungsreich und reichlich vorhanden. An der Poolbar wurde nachmittags Kaffee und Kuchen angeboten. Am Abend konnte man ausgiebig das All-Inklusiv-Angebot der Bar bis 24 Uhr nutzen. Ein Billard-Tisch für den geselligen Abend und 2 Internet PCs zum täglichen Wettercheck standen zur kostenpflichtigen Nutzung bereit. Darüber hinaus stellte man uns einen Konferenz-Saal für die letzten Briefings zur Verfügung. Die Zimmer und das Bad waren sauber und eines 4 * Hotels angemessen. Vom Publikum her scheint dieses Hotel gerade bei Senioren sehr beliebt zu sein.
Umgebung: Wie schon erwähnt, befindet sich das Palm Beach Hotel inmitten einer langgestreckten Reihe vieler Hotelkomplexe in Kumköy, das etwa 3 km von Side entfernt liegt. Vorteilhaft ist, das die meisten Hotels entlang der Küste errichtet wurden. So erreicht man nach etwa 10 Minuten Fußmarsch landeinwärts schon Wiesen und Felder, mit einem freien Blick auf die mächtigen Berge des Taurusgebirges. Auf unserer Wanderung entdeckten wir teilweise noch unberührte
Nach kurzem Fußmarsch landeinwärts steht man mitten in der Natur.
Natur mit einem kleinen Bach und entsprechenden Feuchtbiotop. Es wird wohl nur eine Frage der Zeit sein, wann der Bauboom auch diese Flächen zerstört. Eine Wiese auf einer Anhöhe sollte erst einmal als ausweichender Beobachtunsstandort für das bevorstehende Ereignis bestimmt werden. Favorisiert haben wir natürlich das Dach des Palm Beach Hotels, wo unsere Gruppe schon rechtzeitig eine entsprechende Bitte an das Hotelmanagement herangetragen hat. Unmittelbar am Strand und ungehinderten Blick auf den dann zu erwartenden Finsternisschatten von der See her kommend, wäre der ideale Standort. Zu unserem Erstaunen hatten sich auch die Sofi-Profis von der NASA angekündigt. Für ihre Internet-Live-Übertragung wurde das Amphitheater Side ausgewählt. Um einen ersten Überblick zu bekommen, beschlossen wir einen Spaziergang am Strand in Richtung Side, das nach etwa 1 Stunde gemütlichen laufen erreicht wurde. Gegenüber dem ruhigen Kumköy, pulsiert in Side das Leben.
Ganz auf die Bedürfnisse des überwiegend deutschen Publikums abgestimmt, bekommt man alle erdenklichen kopierten Gegenstände namhafter Hersteller von Textilien, Schmuck und anderer Luxusgütern. Ganz zu schweigen von den vielen Tabakhändlern, die aber sehr ungern mit sich handeln lassen. Allgemein haben wir nahezu überall gleiche Preise für Zigaretten erfragt. Darüber hinaus wird einem ständig ein Glas, meist frisch gepresster Orangensaft, in einem der vielen Gaststätten angeboten. Man bekam ja förmlich den Eindruck, das man Angst haben musste, unterwegs zu verdursten oder das andere Hotels keine Getränke anboten, woraus sich diese Art der Gastronomie in Side so üppig entwickelte. Sicherlich war auch in unserem Hotel Fruchtsaft kostenpflichtig, einen besonderen Drang nach einem Glas "Frisch Gepressten" verspürten wir aber nicht. Natürlich traf sich in diesen Tagen nahezu die ganze finsternisbegeisterte Welt in Side. Waren die Ruinen des Apollon-Tempels ein favorisiertes Motiv. Auch das Amphitheater war sehr gut besucht. Somit war auch absehbar, was am Tag der Finsternis hier los ist. Im Vorfeld belagerten schon einige angereiste Touristen und TV-Stationen, ihr Revier. Auf einer Bühne sollte ein kulturelles Rahmenprogramm aufgeführt werden. Nachdem wir durch die Markstraßen geschlendert waren, hatten wir soweit auch genug gesehen und brachen den Heimweg bei einer traumhaften Wolkenstimmung an. Es war sicherlich nicht der letzte Spaziergang nach Side
Die Ruinen des Apollon-Tempels sind ein beliebtes Motiv
Stimmunsvoller Sonnenuntergang am Strand
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26.03.2006 - 02.04.2006
Reise-Wetter
Hotel