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	<title>Pflege Archive &#8211; Kakteenweb.de</title>
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	<description>Kakteen und andere sukkulente Pflanzen</description>
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	<title>Pflege Archive &#8211; Kakteenweb.de</title>
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		<title>Blattkakteen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jan]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 30 Jun 2020 19:36:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Pflege]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Historie: Am Anfang des 18. Jahrhundert brachten europäische Seeleute aus den tropischen Wäldern Süd- und Zentralamerikas diese Pflanzen erstmals in ihre Heimat. Ein Jahrhundert später versuchten eifrige Pflanzenliebhaber in England die ersten Züchtungen. Die Beliebtheit dieser seltsamen blattförmigen Pflanzen griff auch bald auf Frankreich und Deutschland über. 1824 führte G....</p>
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<p class="has-text-align-left wp-block-paragraph"><strong>Historie:</strong> Am Anfang des 18. Jahrhundert brachten europäische Seeleute aus den tropischen Wäldern Süd- und Zentralamerikas diese Pflanzen erstmals in ihre Heimat. Ein Jahrhundert später versuchten eifrige Pflanzenliebhaber in England die ersten Züchtungen. Die Beliebtheit dieser seltsamen blattförmigen Pflanzen griff auch bald auf Frankreich und Deutschland über. </p>



<p class="has-text-align-left wp-block-paragraph">1824 führte G. Ackermann eines der ersten Pflanzen nach Deutschland ein.Es war ein tiefdunkelrot blühender Blattkaktus, der vom Fürst Salm Reiffenscheidt Dyk (Salm-Dyk) Phyllocactus ackermanni<em>i</em> genannt wurde.Obwohl diese reine Art heute sehr selten zu erhalten ist, entstand aus einer Kreuzung mit Helocereus speciosus der weitverbreitete &#8220;Schusterkaktus&#8221;, der durch seine rote und reichhaltige Blüte in vielen Haushalten zu finden ist. Eine weitere sehr alte Art ist Nopalxochia phyllanthoides. Umgangssprachlich ist diese Pflanze auch unter dem Namen &#8220;Deutsche Kaiserin&#8221; bekannt. Im Laufe der Zeit wurden weltweit immer mehr Hybriden gezüchtet, die heute ein unüberschaubares Maß an Vielfalt besitzt. Der namhafteste und eifrigste deutsche Züchter war hierbei Curt Knebel, der etwa um das Jahr 1900 mit den ersten Kreuzungsversuchen begann.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="400" height="296" src="data:image/svg+xml,%3Csvg%20xmlns='http://www.w3.org/2000/svg'%20viewBox='0%200%20400%20296'%3E%3C/svg%3E" data-src="https://www.wp.kakteenweb.de/wp-content/uploads/2021/07/Epicactus_01.png" alt="" class="wp-image-6085 lazy" data-srcset="https://www.kakteenweb.de/wp-content/uploads/2021/07/Epicactus_01.png 400w, https://www.kakteenweb.de/wp-content/uploads/2021/07/Epicactus_01-300x222.png 300w, https://www.kakteenweb.de/wp-content/uploads/2021/07/Epicactus_01-150x111.png 150w, https://www.kakteenweb.de/wp-content/uploads/2021/07/Epicactus_01-81x60.png 81w, https://www.kakteenweb.de/wp-content/uploads/2021/07/Epicactus_01-122x90.png 122w" data-sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" /></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Pflege und Standorte:</strong> Die auch als &#8220;Epi´s&#8221; bezeichneten Gewächse, sind am Heimatstandort halbsukkulente Pflanzen, die ihre Nährstoffe über die Blätter aufnehmen. Sie wurzeln in Humus und sind durch das Blätterdach der Bäume vor praller Sonne geschützt. In ihrer natürlichen Umgebung haben sie genügend Luftfeuchtigkeit und häufige Regenduschen. In der heimischen Kultur sollte man diese Bedingungen beachten, auch das hier keine Kakteenerde als Substrat verwendet wird, obwohl sie zur Familie der Kakteen gehören. Absolute Trockenzeiten, wie bei Kugel- oder Säulenkakteen sind nicht angebracht. Die feinen Faserwurzeln verlangen auch im Winter nach einem leicht feuchten Substrat, wobei eine zu nasse Haltung zu vermeiden ist. Die Ruhezeiten, mit geringen Wassergaben, ohne Düngung und an einem kühlen Standort, sind wichtig für den nächsten Knospenansatz. Sie sollten jeweils ca. 4 Wochen lang, gleich nach der Hauptblüte und in der lichtarmen, kalten Jahreszeit (November- Februar) eingehalten werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während der Wachstumszeit sollten die Pflanzen hell gehalten werden. Hierbei kann man sie im Freien unter lichten Bäumen und Sonnendächern unterbringen oder im Zimmer, nahe eines Ost- bzw. Westfensters stellen. Das Süd-, Südost- und Südwestfenster ist wegen der prallen Sonneneinstrahlung ungeeignet. Allgemein sollte pralle Sonne vermieden werden. Erfahrungen haben gezeigt, daß Epiphyten sehr gut unter Glas wachsen. Hierbei sollte aber beachtet werden, daß die Verglasung in einem Frühbeet oder Gewächshaus eine relativ hohe Lichtstreuung (diffuses Licht) bewirkt. Nicht geeignet sind Klarglasgewächshäuser ohne entsprechender Abschattung. Empfehlen kann ich aber jede Art von Plexi-Verglasung, dir durch ihr Muster eine Lichtbrechung bewirkt. Gelblicher oder verbrannter Wuchs der Pflanze zeigt eine Reaktion auf zu viel Licht an. Ein zu dunklen Standort hat einen schwachen und dürren Wuchs zur Folge. Da Epiphyllen im Frühjahr und Herbst ihre natürlichen Wachstumsperioden haben, müssen sie zu diesen Jahreszeiten auch dementsprechend mit Wasser versorgt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn die Pflanzen während der Blütenbildung und nach dem Abblühen etwas welk aussehen, sollten das nicht durch Überwässerung korrigiert werden. Es ist ein natürlicher Prozess, der sich nach gewisser Zeit von selbst behebt. Epiphyllen sind anpassungsfähige Pflanzen, die zwar eine Temperatur von etwa 7 &#8211; 21 °C bevozugen, tolerieren aber bei entsprechender Luftfeuchtigkeit und vorhandenen Schatten weitaus höhere Temperaturen. Sollte in den Herbstmonaten das rechtzeitige Einräumen in das Winterquartier vergessen worden sein oder eine überraschende Frostnacht eintreten, können &#8220;Epis´s&#8221; leichten Frost (-1 bis -3 °C) einige Stunden unbeschadet überstehen. Bei längerer Zeit unter diesen Bedingungen oder tieferen Temperaturen drohen Erfrierungen. In der Überwinterungszeit verlangen sie einen hellen und kühlen Standort, der mit 7 &#8211; 10 °C temperiert ist. Eine künstliche Beleuchtung sollte, wenn überhaupt, zu den Tageszeiten erfolgen.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><img decoding="async" src="data:image/svg+xml,%3Csvg%20xmlns='http://www.w3.org/2000/svg'%20viewBox='0%200%20341%20291'%3E%3C/svg%3E" data-src="https://www.wp.kakteenweb.de/wp-content/uploads/2021/07/schlumbergera.png" alt="" class="wp-image-6087 lazy" width="341" height="291" data-srcset="https://www.kakteenweb.de/wp-content/uploads/2021/07/schlumbergera.png 341w, https://www.kakteenweb.de/wp-content/uploads/2021/07/schlumbergera-300x256.png 300w, https://www.kakteenweb.de/wp-content/uploads/2021/07/schlumbergera-150x128.png 150w, https://www.kakteenweb.de/wp-content/uploads/2021/07/schlumbergera-70x60.png 70w, https://www.kakteenweb.de/wp-content/uploads/2021/07/schlumbergera-105x90.png 105w" data-sizes="(max-width: 341px) 100vw, 341px" /></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Besonderheit Schlumbergera:</strong> Zum Beispiel verlangt der Weihnachtskaktus (Schlumbergera) während der Blütenbildung in den Abend- und Nachtstunden absolute Dunkelheit von etwa 12 Stunden, was in den Herbstmonaten durch die längeren Nächte am Fensterbrett erreicht wird. Das Umstellen an einen dunklen Ort, bei sehr hell erleuchteten Zimmern fördert die Blütenbildung ungemein. Standortwechsel und ständiges drehen der Pflanze in der Tageszeit sind zu vermeiden, da hierbei die Gefahr sehr hoch ist, daß die angesetzten Knospen abgeworfen werden. Wer seine Pflanzen morgens aus dem Nachtstandort wieder an den Tagesstandort umsetzt sollte darauf achten, daß sie wieder so ausgerichtet werden, wie sie Tags zuvor standen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eigene Erfahrungen haben für diese Gattung das Nordfenster als favorisierten Standort ergeben, welcher um 20 °C warm temperiert ist und abends nicht beleuchtet wird. Im Oktober &#8211; Anfang November entdeckt man an den Triebspitzen kleine Knospenansätze, die schnell größer werden. Nach ca. 6-10 Wochen öffnen sich die ersten Blüten, die je nach Züchtung in einer anderen Farbenpracht für einen Blickfang sorgen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Düngung:</strong> Während der Wachstumsperiode ab März bis August kann ein ganz normaler Zimmerpflanzendünger (kein Kakteendünger) verwendet werden. Man sollte hierbei aber bedenken, daß hohe Dosierungen und häufige Düngergaben nicht gleich schnelleres und besseres Wachstum zur Folge haben. Die Hälfte der angegebenen Dosierung ist angemessen. Abzuraten ist von Voll- und Blaukorndüngern. Der hohe Stickstoffgehalt verursacht kleine runde Faulstellen an den Blättern, die später eintrocknen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Substrat und Gießwasser:</strong> Das Sustrat für epiphytische Kakteen sollte locker, humos und kalkfrei sein. Ein humoses Substrat, bestehend aus einem hohen Anteil Aussaaterde, mit kleineren Anteilen von Kokosfasern, Pinienrinde, gröberen Bims, Kies, Lava oder Blähschiefer haben sich als Substratgemisch bewährt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Gieß- und Sprühwasser sollte, wie bei Kugel- und Säulenkakteen, kalkfrei sein.</p>
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		<title>Thripse</title>
		<link>https://www.kakteenweb.de/thripse/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jan]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 22 Dec 2020 12:26:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Pflege]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es gibt viele verschiedene Thrips-Arten, die unsere Kakteen in ähnlicher Art und Weise schädigen. Häufig werden zarte Triebe von ihnen angenagt. Ein Schadbild ist eine winzig , mit gelben Flecken punktierte Kakteen-Epidermis. Auch auffällig viele kleinbleibende und missgestaltete Blüten bzw. Blütenblätter können auf einen Befall von Thripse hindeuten. Thripse sind...</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Es gibt viele verschiedene Thrips-Arten, die unsere Kakteen in ähnlicher Art und Weise schädigen. Häufig werden zarte Triebe von ihnen angenagt. Ein Schadbild ist eine winzig , mit gelben Flecken punktierte Kakteen-Epidermis. Auch auffällig viele kleinbleibende und missgestaltete Blüten bzw. Blütenblätter können auf einen Befall von Thripse hindeuten.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-large is-resized"><img decoding="async" width="400" height="300" src="data:image/svg+xml,%3Csvg%20xmlns='http://www.w3.org/2000/svg'%20viewBox='0%200%20400%20300'%3E%3C/svg%3E" data-src="https://www.wp.kakteenweb.de/wp-content/uploads/2020/12/insekt.jpg" alt="Kalifornische Blütenthrips (Frankliniella occidentalis)" class="wp-image-2546 lazy" style="width:300px;height:225px" data-srcset="https://www.kakteenweb.de/wp-content/uploads/2020/12/insekt.jpg 400w, https://www.kakteenweb.de/wp-content/uploads/2020/12/insekt-300x225.jpg 300w, https://www.kakteenweb.de/wp-content/uploads/2020/12/insekt-150x113.jpg 150w" data-sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" /><figcaption class="wp-element-caption">Kalifornischer Blütenthrips <em>(Frankliniella occidentalis)</em> auf einer Aztekium hintonii Blüte</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Thripse sind etwa 2 mm lang und bewegen sich im Verhältnis zu ihrer Größe sehr rasch. Oberflächlich betrachtet sehen sie wie längliche, wurmartige Wesen mit Beinen aus. Wobei Laven und ausgewchsene Tiere kaum voneinander zu unterscheiden sind. Lediglich die Flügel verraten hierbei ein älteres Tier. Thripse sind im Sommer fast überall in der Natur zu finden. Durch geöffnete Fenster und Türen gelangen sie leicht ins Haus, Gewächshaus oder Frühbeet. Insektengitter sind für sie leicht zu überwinden und bilden hierbei keinen Schutz. Durch anbringen von Gelb- oder Blautafeln ist ein entsprechender Befall nachzuweisen, jedoch nicht zu bekämpfen. Thripse pflanzen sich relativ rasch fort. Der Kalifornische Blütenthrips <em>(Frankliniella occidentalis)</em> ist hierbei der gefählichste und lästigste Vertreter für unsere Pflanzen. Man erkennt ihn beim betrachten eine Blüte, wo sich die Tiere sehr schnell in die uneinsehbaren Blütenbestandteile zurückziehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders die Frühbeet- und Gewächshauskultur bietet ihm hierbei besonders gute Lebens- und Vermehrungsbedingungen. Leider ist diese Thripsart mit gängigen Insektiziden schwer zu bekämpfen.Sehr wirksame Spritzmittel, sind momentan nur Gärtner des Erwerbsgartenbaus mit entsprechendem Sachkundenachweis vorbehalten. Dem Kakteenfreund bleibt bei einem starken Befall eigentlich nur die Vernichtung <strong>aller</strong> sich entwickelnden Blüten, möglichst schon im fortgeschrittenen Knospenstadium. Der Kalifonische Blütenthrips bevorzugt besonders das reichhaltige Angebot an Blütenpollen für die Vermehrung. Zusätzlich sollte die Raubmilbe (Amblyseius cucumeris) als Fraßfeind für die kleinen Erstlaven zum Einsatz kommen. Die adulten Larven und späteren Thripse werden hierbei leider nicht mehr durch die Raubmilbe bejagt. Es gibt auch Erkenntnisse, das die adulteren Thripselarven und ausgewachsene Tiere möglicherweise Larven der Raubmilbe fressen. Daher ist die Dezimierung eines Befalls ein langwieriger Prozess und erfordert sehr viel Geduld.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Hinweis zu Pflanzenschutzmitteln:</strong> Der Anbietermarkt für zugelassene Pflanzenschutzmittel ist sehr dynamisch, insbesondere für den Heim- und Kleingartenbereich (HuK). Eine Übersicht über aktuell zugelassene Pflanzenschutzmittel für einzelne Schadorganismen erhalten sie auf der <a href="https://psm-zulassung.bvl.bund.de/psm/jsp/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Webseite vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit</a>.</p>
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		<item>
		<title>Spinnmilben</title>
		<link>https://www.kakteenweb.de/spinnmilben/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jan]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 03 Oct 2020 20:52:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Pflege]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die &#8220;Rote Spinne&#8221; hat sich bei den Kakteenfreunden als Bezeichnung für mehrere Arten von Spinnmilben eingebürgert, die gefährliche Kakteenschädlinge darstellen, jedoch wird der Begriff auch für die sehr nützliche Raubmilbe oftmals fälschlich verwendet. Spinnmilben befinden sich an vielen Wirtspflanzen im Garten. Ihr Zuzug in die Sammlung, indem sie durch die...</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Die &#8220;Rote Spinne&#8221; hat sich bei den Kakteenfreunden als Bezeichnung für mehrere Arten von Spinnmilben eingebürgert, die gefährliche Kakteenschädlinge darstellen, jedoch wird der Begriff auch für die sehr nützliche Raubmilbe oftmals fälschlich verwendet. Spinnmilben befinden sich an vielen Wirtspflanzen im Garten. Ihr Zuzug in die Sammlung, indem sie durch die Lüftung oder durch das geöffnete Fenster eingeweht werden, ist nicht zu vermeiden. Die Spinnmilben sind klein, nur 0,25 bis 0,5 mm groß und gelblich, orange, meist aber rötlich gefärbt. Unter einer Lupe sind die Tiere und ihre langsame Bewegung deutlich zu erkennen. Die Spinnmilben stechen die Kakteen an und zerstören dabei die Oberhaut. Sie bevorzugen frisches, junges Gewebe, z.B. im Scheitel der Pflanzen. Es entstehen fahle, gelblichweiße bis bräunliche Flecken. Der Kakteenkörper erscheint nicht mehr frischgrün, sondern grindig und verunstaltet. Manchmal sind die Kakteen auch von feinen, weißem Gespinst überzogen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Spinnmilben vermehren sich dank kurzer Generationenfolge sehr rasch. Die zerstörten Partien können von den Pflanzen nicht mehr erneuert werden und bleiben funktionsunfähig. Bei starkem Befall gehen die Pflanzen ein. Weichfleischige Arten und dabei geschwächte oder getrieben Pflanzen werden bevorzugt befallen. Eine besonders bevorzugte Art ist Chamaecereus silvestrii und deren Hybriden. Die Spinnmilbe gedeiht besonders gut in trockener und stehender Luft. Deshalb sind vor allem Sammlungen im Zimmer von diesen Schädlingen besonders bedroht. Im Gewächshaus kann man durch den Einsatz von Ventilatoren zwar einen Befall an einzelnen Pflanzen nicht verhindern, jedoch eindämmen. Bei im Freiland oder in harter Frühbeetkastenkultur gehaltenen Pflanzen ist starker Spinnmilbenbefall dagegen seltener zu beobachten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die schädliche &#8220;Rote Spinne&#8221; darf nicht mit den nützlichen kleinen roten Raubmilben verwechselt werden. Sie sind mit 1 bis 2 mm deutlich größer und bewegen sich so rasch, daß die Bewegung auch ohne Vergrößerungsglas klar zu erkennen ist. Sollten man Raubmilben in der Sammlung feststellen, hat man bereits einen natürlicher Feind der schädlichen Spinnmilben. Zur chemischen Bekämpfung der Spinnmilben werden 2 bis 3 Spritzungen in 8-10 tägigen Abstand empfohlen. Man verwendet ein milbentötendes (Arkazid) Präparat. Vorbeugend sollte in einer großen Sammlung am Anfang und am Ende einer Vegetationsperiode mit entsprechenden Pflanzenschutzmitteln eine sehr gründliche Spritzung durchgeführt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als natürliches Spritzmittel ist die Anwendung eines <strong>Brennessel-Kaltauszugs</strong> zu nennen. Es handelt sich hierbei <strong>nicht</strong> um die meistens geläufige Brennessel-Jauche, die man als natürlichen Dünger ansetzen kann. Hierbei werden frische, noch nicht blühende, Brennesseln im Verhältnis 1/10 angesetzt (beispielsweise 500 Gramm Brennesseln auf 5 Liter Regenwasser). Die abgeschnittenen Brennesseln ziehen etwa 24 Stunden bedeckt in einem Behälter an einem kühlen Ort, also nicht in die Sonne stellen. Ziel ist es, das enthaltene Nesselgift aus den Pflanzen herauszulösen. Nach 24 Stunden werden die Brennesselpflanzen abgeseiht und der gewonnenenden Brennesselsud mit einem Drucksprüher auf die Pflanzen tropfnass verteilt. Bei starkem Befall von Spinnmilben sollten die Spritzungen mit Brennessel-Kaltuaszug im 2-3 wöchentlichen Rhytmus vorgenommen werden.<br><strong>Hintergrund:</strong> Einzelnen Bestandteile des Brennesselgifts, insbesondere die wirksamen gegen Schädlinge, haben nur eine begrenzte Haltbarkeit und zerfallen nach der Freisetzung aus abgeschnittenen Brennesselpflanzen relativ schnell. Daher ist die Wirksamkeit von Brennessel-Kaltauszug als Pflanzenschutzmitte auch nur etwa 2 Tage nach dem Ansetzen der Spritzbrühe zu empfehlen. Danach lässt in dem Zusammenhang die Wirksamkeit stark nach. Die abgeseihten Pflanzenbestandteile können dann aber für die Gewinnung von Brennessel-Jauche weiterverwendet werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Hinweis zu Pflanzenschutzmitteln:</strong> Der Anbietermarkt für zugelassene Pflanzenschutzmittel ist sehr dynamisch, insbesondere für den Heim- und Kleingartenbereich (HuK). Eine Übersicht über aktuell zugelassene Pflanzenschutzmittel für einzelne Schadorganismen erhalten sie auf der <a href="https://psm-zulassung.bvl.bund.de/psm/jsp/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Webseite vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Pilzinfektion und Fäulnis</title>
		<link>https://www.kakteenweb.de/pilzinfektion-und-faeulnis/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jan]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 19 Jul 2021 13:18:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Pflege]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Erhalten unsere Pflanzen die benötigte Pflege- und Standortbedingungen, wird man sehr lange Freude an Ihnen haben. Wir so oft, gibt es neben tierischen Schädlingen auch andere schädigende Organismen, die unsere Pflanzen zu Leibe rücken können. Selbst erfahrene Kakteenfreunde bleiben von pilzlichen Infektionen und damit einher gehender Fäulnis von Pflanzen kaum...</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Erhalten unsere Pflanzen die benötigte Pflege- und Standortbedingungen, wird man sehr lange Freude an Ihnen haben. Wir so oft, gibt es neben tierischen Schädlingen auch andere schädigende Organismen, die unsere Pflanzen zu Leibe rücken können. Selbst erfahrene Kakteenfreunde bleiben von pilzlichen Infektionen und damit einher gehender Fäulnis von Pflanzen kaum verschont. Die Ausprägung des Schadbildes hat in dem Zusammenhang viele Facetten. Die meisten Verluste infolge von Pilzinfektionen basieren auf Botrytis oder Fusarium Infektionen. Die Übertragung erfolgt bei geschwächten Pflanzen meist über das Substrat oder über die Luft. Ein längeres feuchtes Milieu begünstigt hierbei die Vermehrung und Verbreitung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ab etwa Anfang September, mit immer kürzer werdender Tageslänge und Tageswärme, wird die Wasseraufnahmefähigkeit unserer Pflanzen rasch reduziert. Auch die umgebene Luftfeuchtigkeit ist nicht mehr so niedrig &#8211; auch zeitlich, wie in den Monaten zuvor. Es dauert wesentlich länger, bis der Morgentau und die Nebelfeuchte auch an sonnigen Tagen verdunstet. In den Abendstunden setzt die Erhöhung der Luftfeuchte immer früher ein. Hier kann im Zusammenhang mit einer gut gemeinten kräftigen Wassergabe schon ein Ausgangspunkt für einen späteren Verlust der Pflanze gelegt werden. Die genannten Pilzschädlinge dringen dann meist über die Wurzeln, im längere Zeit viel zu feuchten Substrat oder über abgeblühte und noch recht frische Blütenreste in die Pflanze ein. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Echinocereeen beispielsweise, befreie ich recht schnell wieder von den Blütenresten. Möglichst noch in den Sommermonaten, wenn es noch lange trocken und warm ist. Die abgeblühten Bestandteile sind meist ein Vermehrungs- und Einfallsherd für Pilzschädigungen. Da noch nicht abgeworfene Blütenreste sehr lange verzweigt mit dem Leitbündel der Pflanze verbunden sind, kann eine erfolgreiche Pilzinfektion dann sehr schnell gehen. In dem Zusammenhang ist besondere Vorsicht beim Gießen dieser Pflanzen geboten. Die Pflanzenkörper dann mit dem Gießwasser zu übergießen wäre in dem Zusammenhang ein Risiko. Sowohl mit noch anhaftenden bzw. der noch nicht verschlossenen Wundstelle entfernter Blütenreste. Die Pflanzen sind zwar in der Lage eindringende Infektion auch zu isolieren und abzukapseln &#8211; sichtbar an einer kreisförmigen braunen Stelle um den ehemaligen Blütenansatz &#8211; jedoch weiß man vorher nie genau, wann so eine pflanzeneigene Abwehr erfolgreich ist. Häufig gewinnt auch der pilzliche Schadorganismus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders gefährdet sind auch die üblichen Spätblüher in unseren Sammlungen. Die Gattung Ariocarpus oder auch die Art Mammillaria hernadezii, die erst im Spätsommer bzw. im Herbst ihre Blütenpracht zeigen. Meist reichen die Tageslänge und die Umgebungswärme nicht mehr aus, dass die verblühten Ansätze eintrocknen. Angesetzte Knospen bleiben dann auch häufig im Wachstum stecken.<mark class="annotation-text annotation-text-yoast" id="annotation-text-b3358d25-b2a5-4ca0-a831-0c28398b4d3d"></mark></p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach einigen schmerzlichen Verlusten habe ich mir mittlerweile angewöhnt, diese Spätblüher unter Kunstlicht, bei etwa sommerlichen 25 °C zu stellen. Die Pflanzen kommen dann erst in die kühle Überwinterung, wenn die Blütenreste sichtbar eingezogen und trocken sind. Wer kein Kunstlicht zur Verfügung hat, kann die Pflanzen auch in die wärmere Wohnung nehmen und an einem sehr hellen Platz stellen. Gegossen wird nur noch sehr sparsam oder eher gar nicht mehr. Die wärmere Umgebung lässt noch vorhandene Restfeuchte im Substrat verdunsten und bietet in Bezug auf pilzliche Infektionen während der Ruhezeit ein geringeres Risiko. Wenn auch hier die Blütenreste trocken sind, kann die Pflanze wieder in die kühlere Überwinterung.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><img decoding="async" src="data:image/svg+xml,%3Csvg%20xmlns='http://www.w3.org/2000/svg'%20viewBox='0%200%20256%20222'%3E%3C/svg%3E" data-src="https://www.wp.kakteenweb.de/wp-content/uploads/2021/07/pilzinfektion.jpg" alt="" class="wp-image-6235 lazy" width="256" height="222" data-srcset="https://www.kakteenweb.de/wp-content/uploads/2021/07/pilzinfektion.jpg 1024w, https://www.kakteenweb.de/wp-content/uploads/2021/07/pilzinfektion-300x260.jpg 300w, https://www.kakteenweb.de/wp-content/uploads/2021/07/pilzinfektion-768x665.jpg 768w, https://www.kakteenweb.de/wp-content/uploads/2021/07/pilzinfektion-150x130.jpg 150w, https://www.kakteenweb.de/wp-content/uploads/2021/07/pilzinfektion-800x693.jpg 800w, https://www.kakteenweb.de/wp-content/uploads/2021/07/pilzinfektion-69x60.jpg 69w, https://www.kakteenweb.de/wp-content/uploads/2021/07/pilzinfektion-104x90.jpg 104w" data-sizes="auto, (max-width: 256px) 100vw, 256px" /><figcaption>Botrytis an einem Aztekium ritteri</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Leider schreitet ein Pilz- und Fäulnisbefall recht langsam fort und wenn man ihn erkennt, ist die betroffene Pflanze meist kaum noch zu retten. Entweder ist des Pflanzengewebe mittlerweile schon zerfallen, in eine flüssig bis gallertartige Masse (Botrytis) oder unter der Epidermis hat sich ein hohler brauner Bereich gebildet (Fusarium) der dann nach und nach die gesamte Pflanze befällt. Bei älteren Pflanzen, die bereits eine derbe Epidermis besitzen, ist ein Befall häufig nicht zu erkennen. In einer typischen Situation stellt man im Frühjahr verwundert fest, das sie nicht in den Austrieb kommen möchten. Betrachtet man eine auffällige Pflanze dann genauer und prüft mit einem leichten Druck die Festigkeit des Pflanzenkörpers, der dann auch sehr leicht nachgibt, lässt sich hier leider nichts Gutes erahnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In seltenen Fällen kann ein radikaler Schnitt, zumindest bei einem Fusarium Befall bis ins gesunde Gewebe, noch eine Pflanze vor der Entsorgung zu bewahren. Hierbei wird die Pflanze soweit zurückgeschnitten, bis die Leitbündel komplett frei von braun gezeichneten Stellen sind. Sauberkeit ist in dem Zusammenhang sehr wichtig. Die verwendeten Werkzeuge, insbesondere das Messer, müssen immer wieder mit sehr hochprozentigem Alkohol (z.B. Spiritus) gereinigt werden. Diesen abgeschnittenen Pflanzenteil kann man entweder auf eine andere Pflanze pfropfen oder versuchen ihn erneut bewurzeln zu lassen. Die Schnittstelle kann mit feinem Holzkohle- oder Aluminiumpulver versiegelt werden.<br></p>



<p class="wp-block-paragraph">Grundsätzlich sollten befallene Pflanzen zunächst gesondert gestellt werden, wenn man einen Rettungsversuch unternehmen möchte. Pilzsporen können über die Luft auch leicht andere Pflanzen befallen. Nicht mehr zu rettende Pflanzen sind möglichst rasch zu entsorgen.  </p>
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		<title>Krankheiten und Schädlinge</title>
		<link>https://www.kakteenweb.de/krankheiten-und-schaedlinge/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jan]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 03 Oct 2020 19:28:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Pflege]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Allgemein: Kakteen sind an sich robuste Pflanzen. Wenn sie mit viel Licht und frischer Luft bei ausgewogener Düngung und abhärtenden Temperaturgegensätzen kultiviert werden, setzen sie Krankheiten und Schädlingen eine hohe Widerstandskraft entgegen. Wenn sie jedoch falsch kultiviert werden, indem die Umgebungsbedingungen mit wenig Licht und hoher Luftfeuchtigkeit die Pflanze verweichlichen...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Allgemein:</strong> Kakteen sind an sich robuste Pflanzen. Wenn sie mit viel Licht und frischer Luft bei ausgewogener Düngung und abhärtenden Temperaturgegensätzen kultiviert werden, setzen sie Krankheiten und Schädlingen eine hohe Widerstandskraft entgegen. Wenn sie jedoch falsch kultiviert werden, indem die Umgebungsbedingungen mit wenig Licht und hoher Luftfeuchtigkeit die Pflanze verweichlichen lassen, sind Kakteen gegenüber Schädlinge sehr anfällig. Dies gilt auch, wenn man das Wachstum über das normale Maß hinaus durch übertriebene Gaben mit einem Stickstoffdünger, eine nicht der Natur entsprechende Klimatisierung und eine Verkürzung bzw. Nichtbeachtung der Ruhezeit anwendet. Derartige Pflanzen sind an einem mastig aufgeschwemmten Pflanzenkörper und schwach entwickelter Bedornung zu erkennen. Andererseits ist die übliche Kakteenkultur einseitig.</p>



<p class="wp-block-paragraph"> Es besteht stets die Gefahr, daß sich spezifische Krankheiten oder Schädlinge in einer Sammlung einnisten. Dort können sie allmählich so überhand nehmen, daß dabei auch gesunde und robuste Pflanzen befallen und geschädigt werden. Daher sollte man die Sammlung immer wieder sorgfältig durchsehen. Dabei ist jenen Pflanzen besondere Aufmerksamkeit zu widmen, die in der Wachstumszeit nicht wachsen und entgegen allen Erwartungen nicht blühen, keine gesunde, frische Pflanzenkörperfarbe aufweisen und auch nach längerer Zeit nicht fest und stabil im Topf verwurzelt sind. Diese verdächtigen Pflanzen sollten ganz genau untersucht werden. Bei begründetem Verdacht ist die Pflanze auszutopfen. Befallene Kakteen sind sofort zu isolieren und mit Pflanzenschutzmitteln zu behandeln. Falls die Schädigungen zu groß ist, sind die Pflanzen zu vernichten. Diese Pflanzen sollten nicht kompostiert, sondern im Hausmüll zu entsorgen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die benachbarten Pflanzen sind danach gründlich zu überprüfen, ob keine Schädlinge übertragen wurden. Neu erworbene Pflanzen sind ebenfalls auf Befall von Schädlingen und Krankheitn zu überprüfen. Bei größeren Sammlungen behandelt man sie vorsorglich mit Pflanzenschutzmitteln. Sie sollten in den ersten Wochen unter besonderer Beobachtung stehen, falls sich ein unerkannter Befall ausweitet bzw. Eier von Muttertieren eine erneute Schädigung hervorrufen. Bei größeren Sammlungen hält der Kakteenfreund eine ausgewählte Pflanzenapotheke zur Schädlingsbekänpfung bereit.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Hinweis zu Pflanzenschutzmitteln:</strong> Der Anbietermarkt für zugelassene Pflanzenschutzmittel ist sehr dynamisch, insbesondere für den Heim- und Kleingartenbereich (HuK). Eine Übersicht über aktuell zugelassene Pflanzenschutzmittel für einzelne Schadorganismen erhalten sie auf der <a href="https://psm-zulassung.bvl.bund.de/psm/jsp/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Webseite vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit</a>.</p>



<p class="has-vivid-red-color has-text-color wp-block-paragraph"><strong>Es sollte im Zusammenhang mit Pflanzenschutzmitteln beachtet werden, daß diese gesammelt in einem verschließbaren Schrank und nicht erreichbar für Kinder aufbewahrt und übrige Familienmitglieder über die Gefährlichkeit der Mittel belehrt werden. Pflanzenschutzmittel sind kühl, dunkel und frostfrei zu lagern. Hierbei ist vorher die in den Packungen beigelegte Gebrauchsanweisung bzw. die Hinweise zur Anwendung sorgfältig zu studieren und einzuhalten. Bei der Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln ist ein direkter Kontakt und ein Einatmen des Sprühnebels zu vermeiden. Bei einigen besonders giftigen Mitteln kann der bloße Kontakt mit der Haut und das Einatmen zu Gesundheitsschädigungen führen. Manche Pflanzenschutzmittel entwickeln Dämpfe, die sich noch tagelang im Gewächshaus halten können. Hierbei sollte man das Gewächshaus meiden und gründlich lüften.</strong></p>



<p class="has-vivid-red-color has-text-color wp-block-paragraph"><strong>Eine Anwendung in geschlossenen Räumen, insbesondere in Wohnräumen sollte vermieden werden. Hierzu sind die Hinweise in der Packungsbeilage genau zu beachten. Zur richtigen Dosierung empfiehlt es sich, Meßzylinder zum Abwiegen und Abfüllen zu nutzen. Schließlich sollte man sich nach der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln gründlich waschen und verwendete Gerätschaften reinigen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Pfropfen &#8211; Die Veredelungstechniken</title>
		<link>https://www.kakteenweb.de/pfropfen-die-veredelungstechniken/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jan]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 Jul 2020 09:03:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Pflege]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Allgemein: Kakteen werden aus sehr unterschiedlichen Gründen gepfropft. Durch das Aufsetzen von schwachwüchsigen Kakteen auf eine wüchsige Unterlage kann das Wachstum beschleunigt werden. Auf hohe Unterlagen wachsen manche Kakteen doppelt bis zehnmal so schnell, wie auf eigener Wurzeln. Durch das Pfropfen können Kakteen auch schon um Jahre früher zur Blühreife...</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Allgemein:</strong> Kakteen werden aus sehr unterschiedlichen Gründen gepfropft. Durch das Aufsetzen von schwachwüchsigen Kakteen auf eine wüchsige Unterlage kann das Wachstum beschleunigt werden. Auf hohe Unterlagen wachsen manche Kakteen doppelt bis zehnmal so schnell, wie auf eigener Wurzeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Durch das Pfropfen können Kakteen auch schon um Jahre früher zur Blühreife gebracht werden. Dies wird beispielsweise bei der Kakteenhybridenzüchtung angewendet, wo man bestrebt ist, möglichst früh die Blüten der Kreuzungen zu sehen. In den letzten Jahren in Mode gekommen ist der im Volksmund bezeichnete &#8220;Erdbeerkaktus&#8221;. Wegen einer Ausfallmutation fehlt diesen Pflanzen das Chlorophyll (Blattgrün). Sie wären auf eigener Wurzel nicht überlebensfähig. Hierbei wird der rote Pflanzenkörper von Gymnocalycium mihanovichii var. friedrichii auf einer grünen Unterlage gepfropft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Kammformen oder Cristaten von Kakteen lassen sich längerfristig meist als Pfropfungen leichter pflegen. Warum werden dann nicht alle schwer zu pflegenden Kakteen gepfropft? Oftmals entscheidet hierbei auch die Ästhetik. Gepfropfte Pflanzen sehen auf einer Unterlage eben schlechter aus, als wurzelechte Pflanzen. Ein großer Nachteil in der Pfropfung besteht auch darin, daß die gepropften Pflanzen im Aussehen stark verändert sind. So wirken aufgepfropfte Pflanzen mastig, weniger bedornt und grüner. Der erfahrene Kakteenfreund kann die Pfropfung aber gezielt einsetzen und somit eine wertvolle Hilfe für die Kakteenkultur sein.</p>



<hr class="wp-block-separator has-text-color has-background has-vivid-cyan-blue-background-color has-vivid-cyan-blue-color is-style-wide"/>



<h2 class="has-text-align-center has-vivid-cyan-blue-color has-text-color wp-block-heading" style="font-size:30px"><strong>Pfropfunterlagen</strong></h2>



<hr class="wp-block-separator has-text-color has-background has-vivid-cyan-blue-background-color has-vivid-cyan-blue-color is-style-wide"/>



<p class="wp-block-paragraph">Als Pfropfunterlage sind raschwüchsige und unempfindliche Kakteenarten zu verwenden. Hierbei eignen sich bewurzelte Seitensprosse von Echinopsis-Hybriden, die in den meisten Sammlungen reich vertreten sind, ausgezeichnet für Tiefpfropfungen. Sie bieten den Vorteil, daß man sie nicht oder zumindest kaum sieht. Allerdings sprossen diese Unterlagen meist reichlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Hochpfropfungen eignen sich eine ganze Reihe von hervorragenden Unterlagen. Besonders bewährt haben sich: Eriocereus jusbertii, Eriocereus bonplandii, Trichocereus pachanoi, Trichocereus macrogonus, Trichocereus bridgesii, Trichocereus candicans, Trichocereus spachianus, Trichocereus fulvilanus, Cereus peruvianus, Cereus jamacaru und andere. Diese genannten Unterlagen lassen sich auch ausgezeichnet als Jungpflanzen für die Sämlingspfropfung verwenden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Darüber hinaus eignen sich für Sämlinge: Hylocereus trigonus, Hylocereus undatus, Hylocereus guatemalensis, Pereskiopsis velutina, Pereskiopsis gatesii, Selenicereus grandiflorus und Selenicereus pteranthus. Als Unterlagen für Christatenpfropfungen wählt man Trichocereus oder Cereus mit mindestens einer Höhe von 1 m, auf denen sich die Christatenformen so richtig schön entfalten können. Für Spalt- oder Schlitzpfropfungen wählt man flache Triebe, wie zum Beispiel von Schlumbergera truncata. Bei Spaltpropfungen bieten Pereskiopsis velutina und Pereskiopsis gatesii sowie Eriocereus jusbertii und Eriocereus bonplandii beste Voraussetzungen. Wählen sie eine Schlitzpfropfung aus,  verwendet man Opuntia tomentosa, Opuntia orbiculata und Opuntia basilaris. Allgemein gilt, daß die Unterlagen gut bewurzelt und im Trieb sind.</p>



<hr class="wp-block-separator has-text-color has-background has-vivid-cyan-blue-background-color has-vivid-cyan-blue-color is-style-wide"/>



<h2 class="has-text-align-center has-vivid-cyan-blue-color has-text-color wp-block-heading" style="font-size:30px"><strong>Techniken</strong></h2>



<hr class="wp-block-separator has-text-color has-background has-vivid-cyan-blue-background-color has-vivid-cyan-blue-color is-style-wide"/>



<p class="wp-block-paragraph">Als Zeitpunkt des Pfropfens ist die Wachstumszeit an geeignetsten. Die zur Pfropfung benutzte Unterlage sollte prallsaftig und gut im Trieb sein, womit als Zeitpunkt die Monate Mai bis August in Frage kommen. Bevor man mit der eigentlichen Pfropfarbeit beginnt, legt man sich zunächst alle notwendigen Utensilien bereit. Man benötigt ein sehr scharfes Messer, eine Rasierklinge (Cuttmesser eignen sich auch), etwas reinen Alkohol, Gummiringe und je nach Pfropfmethode kräftige Kakteendornen.</p>



<h2 class="has-text-align-left has-black-color has-text-color has-normal-font-size wp-block-heading"><strong>Flachpfropfung</strong></h2>



<div class="wp-block-image is-style-default"><figure class="alignleft size-large"><img decoding="async" width="150" height="225" src="data:image/svg+xml,%3Csvg%20xmlns='http://www.w3.org/2000/svg'%20viewBox='0%200%20150%20225'%3E%3C/svg%3E" data-src="https://www.wp.kakteenweb.de/wp-content/uploads/2020/07/pflege_35.jpg" alt="" class="wp-image-924 lazy" data-srcset="https://www.kakteenweb.de/wp-content/uploads/2020/07/pflege_35.jpg 150w, https://www.kakteenweb.de/wp-content/uploads/2020/07/pflege_35-100x150.jpg 100w" data-sizes="auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px" /></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Ungefähr 2 bis 3 cm unter der Triebspitze schneidet man mit einem ziehenden Schnitt die Unterlage waagerecht ab. Das Gewebe darf noch nicht verhärtet sein. Wichtig ist, daß das Messer nicht nur extrem sauber, sondern auch sehr scharf sein muß. Das junge Gewebe darf bei diesen Schnittarbeiten nicht gequetscht werden. Die Kanten der Unterlage werden von der Mitte nach außen leicht abgeschrägt. Anschließend schneidet man den für die Pfropfung vorgesehenen Pfröpfling ebenfalls waagerecht durch und schrägt ihn, wenn es erforderlich ist, wie die Unterlage leicht ab. Somit verstärkt sich der Anpressdruck auf die zur Verfügung stehende Restfäche. Aber nur Pfröpflinge größerer Exemplare werden abgeschrägt. Die beiden Schnittflächen dürfen keinesfalls abtrocknen oder gar verschmutzen. Man muss daher sehr zügig arbeiten. Nach jedem Schnitt reinigt man das Messer mit einem sauberen, in Alkohol getränkten Tuch. </p>



<div class="wp-block-image is-style-default"><figure class="alignright size-large"><img decoding="async" width="150" height="225" src="data:image/svg+xml,%3Csvg%20xmlns='http://www.w3.org/2000/svg'%20viewBox='0%200%20150%20225'%3E%3C/svg%3E" data-src="https://www.wp.kakteenweb.de/wp-content/uploads/2020/07/pflege_36.jpg" alt="" class="wp-image-925 lazy" data-srcset="https://www.kakteenweb.de/wp-content/uploads/2020/07/pflege_36.jpg 150w, https://www.kakteenweb.de/wp-content/uploads/2020/07/pflege_36-100x150.jpg 100w" data-sizes="auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px" /></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Der Pfröpfling wird unmittelbar so auf die Unterlage gesetzt, daß die Leitbündel möglichst genau übereinander sitzen. Durch leichtes Drehen und Schieben auf der Unterlage werden eventuelle Luftblasen zwischen den beiden Schnittflächen herausgedrückt. In dieser Position wird der Pfröpfling nun fixiert. Man spannt zwei dünne Gummiringe kreuzweise nacheinander von oben über den Pfröpfling und zieht sie unter den Topf durch, um für den notwendigen Druck zu sorgen, ohne den Pfröpfling zu quetschen. Die frische Pfropfung stellt man warm und hell, aber nicht in die pralle Sonne. Auch sollte man nicht nebeln oder sprühen, dafür aber das Substrat der Unterlage feucht halten. Nach 2 Wochen können die Gummiringe vorsichtig entfernt werden. Der Pfröpfling wird innerhalb von 3-4 Wochen durch frisches Wachstum beweisen, ob die Pfropfung gelungen ist.</p>



<h2 class="has-text-align-left has-black-color has-text-color has-normal-font-size wp-block-heading"><strong>Sämlingspfropfung</strong></h2>



<div class="wp-block-image is-style-default"><figure class="alignleft size-large"><img decoding="async" width="150" height="150" src="data:image/svg+xml,%3Csvg%20xmlns='http://www.w3.org/2000/svg'%20viewBox='0%200%20150%20150'%3E%3C/svg%3E" data-src="https://www.wp.kakteenweb.de/wp-content/uploads/2020/07/pflege_37.jpg" alt="" class="wp-image-927 lazy" data-srcset="https://www.kakteenweb.de/wp-content/uploads/2020/07/pflege_37.jpg 150w, https://www.kakteenweb.de/wp-content/uploads/2020/07/pflege_37-100x100.jpg 100w" data-sizes="auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px" /></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Man verwendet dafür 3-10 mm große Sämlinge, die sich leicht auf wüchsige Unterlagen pfropfen lassen. Dazu schneidet man mit einer Rasierklinge vorsichtig mit einem ziehenden Schnitt das untere Drittel des Sämlings ab. Da Sämlinge noch sehr weich sind, können sie leicht zerdrückt werden. Das abgetrennte Oberteil setzt man nun auf die vorbereitete Unterlage. Der Pfröpfling wird so aus dem Mittelpunkt verschoben, daß sich die deutlich sichtbaren Leitbündel auch sicher überschneiden. Bei sehr kleinen Sämlingen erübrigt sich oft eine Befestigung, weil der klebrige Pflanzensaft beide Teile zusammenhält. Sicherer ist ein leichter Druck von oben mit Hilfe einer entsprechenden Vorrichtung. Hierbei eignen sich schmale Glas- oder Plastikstreifen, die in gleicher Höhe waagerecht auf den Sämling aufgelegt werden und nach etwa 2-3 Wochen wieder entfernt werden. Zur Sämlingspfropfung sollte man die frühen Morgenstunden nutzen. Zunächst schützt man die frische Pfropfung vor starker Sonneneinstrahlung. Auch hier sollten die Schnittflächen nicht übersprüht werden.</p>



<h2 class="has-text-align-left has-black-color has-text-color has-normal-font-size wp-block-heading"><strong>Anplattpfropfung</strong></h2>



<div class="wp-block-image is-style-default"><figure class="alignright size-large is-resized"><img decoding="async" src="data:image/svg+xml,%3Csvg%20xmlns='http://www.w3.org/2000/svg'%20viewBox='0%200%20150%20150'%3E%3C/svg%3E" data-src="https://www.wp.kakteenweb.de/wp-content/uploads/2020/07/pflege_38.jpg" alt="" class="wp-image-928 lazy" width="150" height="150" data-srcset="https://www.kakteenweb.de/wp-content/uploads/2020/07/pflege_38.jpg 150w, https://www.kakteenweb.de/wp-content/uploads/2020/07/pflege_38-100x100.jpg 100w" data-sizes="auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px" /></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Eine weitere Variante ist das seitliche Anplatten, das besonders bei dünntriebigen Kakteen, wie beispielsweise Wilcoxia poselgeri und Aporocactus praktiziert wird. Aber auch für überhängende Kakteen, wie Hildewintera aureispina, eignet sich diese Pfropfungsmethode. Unterlage und Pfröpfling werden in einem Winkel von 45 ° geschnitten.</p>



<div class="wp-block-image is-style-default"><figure class="alignleft size-large"><img decoding="async" width="150" height="150" src="data:image/svg+xml,%3Csvg%20xmlns='http://www.w3.org/2000/svg'%20viewBox='0%200%20150%20150'%3E%3C/svg%3E" data-src="https://www.wp.kakteenweb.de/wp-content/uploads/2020/07/pflege_39.jpg" alt="" class="wp-image-929 lazy" data-srcset="https://www.kakteenweb.de/wp-content/uploads/2020/07/pflege_39.jpg 150w, https://www.kakteenweb.de/wp-content/uploads/2020/07/pflege_39-100x100.jpg 100w" data-sizes="auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px" /></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Man setzt dann den Pfröpfling so auf die Unterlage, daß sich die Leitbündel möglichst oft überdecken. Zur Fixierung der Pfropfung verwendet man zum Beispiel kräftige Dornen, die nicht mehr entfernt werden müssen, sondern mit der Pflanze verwachsen. Als Unterlage eignen sich besonders Trichocereus, Cereus, Selenicereus und Opuntia.</p>



<h2 class="has-text-align-left has-black-color has-text-color has-normal-font-size wp-block-heading"><strong>Spaltpfropfung</strong></h2>



<div class="wp-block-image is-style-default"><figure class="alignright size-large"><img decoding="async" width="150" height="150" src="data:image/svg+xml,%3Csvg%20xmlns='http://www.w3.org/2000/svg'%20viewBox='0%200%20150%20150'%3E%3C/svg%3E" data-src="https://www.wp.kakteenweb.de/wp-content/uploads/2020/07/pflege_40.jpg" alt="" class="wp-image-931 lazy" data-srcset="https://www.kakteenweb.de/wp-content/uploads/2020/07/pflege_40.jpg 150w, https://www.kakteenweb.de/wp-content/uploads/2020/07/pflege_40-100x100.jpg 100w" data-sizes="auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px" /></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders eignet sich diese Methode für Schlumbergera, Pereskiopsis, Selenicereus und ähnliche dünntriebige Arten. Nach dem waagerechten Schnitt der frischen Triebspitzen, schneidet man in die Unterlage von oben nach unten einen etwa 1 cm tiefen, schmalen, keilförmigen Spalt. Der Keil wird noch nicht herausgenommen, damit der Schnitt nicht antrocknet.</p>



<div class="wp-block-image is-style-default"><figure class="alignleft size-large"><img decoding="async" width="150" height="150" src="data:image/svg+xml,%3Csvg%20xmlns='http://www.w3.org/2000/svg'%20viewBox='0%200%20150%20150'%3E%3C/svg%3E" data-src="https://www.wp.kakteenweb.de/wp-content/uploads/2020/07/pflege_41.jpg" alt="" class="wp-image-932 lazy" data-srcset="https://www.kakteenweb.de/wp-content/uploads/2020/07/pflege_41.jpg 150w, https://www.kakteenweb.de/wp-content/uploads/2020/07/pflege_41-100x100.jpg 100w" data-sizes="auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px" /></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Anschließend wird ein frisches Segment von beispielsweise Schlumbergera mit einer scharfen Rasierklinge unten beidseitig etwa 1 cm angeschnitten und nach dem Entfernen des Keils aus der Unterlage in den verbleibenden Spalt eingepasst. Auch bei dieser Pfropfung ist es wichtig, daß die freigelegten Leitbündel sich gegenseitig berühren müssen, wenn die Pfropfung gelingen soll. Die Pfropfung wird nun mit einem sauberen Kakteendorn fixiert oder mit einer Wäscheklammer so zusammengepresst, daß der Pfröpfling nicht heraus rutscht.</p>



<h2 class="has-text-align-left has-black-color has-text-color has-normal-font-size wp-block-heading"><strong>Schlitzpfropfung</strong></h2>



<p class="has-text-align-left wp-block-paragraph">Eine Methode, die sich ebenfalls gut für Schlumbergera und ähnliche Arten eignet. Man schneidet in der Nähe der Triebspitzen seitlich von oben nach unten einen tiefen Schlitz in die Unterlage, der diese aber nicht durchtrennen darf. Auch hier nimmt man beispielsweise ein Segment von Schlumbergera, das beidseitig mit einer scharfen Rasierklinge unten angeschnitten wird und dann so tief in den geschnittenen Schlitz steckt, daß sich die Leitbündel berühren. Auch hier kann ein sauberer Dorn zur Fixierung dienen</p>



<h2 class="has-text-align-left has-black-color has-text-color has-normal-font-size wp-block-heading"><strong>Warzenpfropfung</strong></h2>



<div class="wp-block-image is-style-default"><figure class="alignright size-large is-resized"><img decoding="async" src="data:image/svg+xml,%3Csvg%20xmlns='http://www.w3.org/2000/svg'%20viewBox='0%200%20256%20180'%3E%3C/svg%3E" data-src="https://www.wp.kakteenweb.de/wp-content/uploads/2020/07/warzenpfropfung_01-1024x718.jpg" alt="" class="wp-image-697 lazy" width="256" height="180" data-srcset="https://www.kakteenweb.de/wp-content/uploads/2020/07/warzenpfropfung_01-1024x718.jpg 1024w, https://www.kakteenweb.de/wp-content/uploads/2020/07/warzenpfropfung_01-800x561.jpg 800w, https://www.kakteenweb.de/wp-content/uploads/2020/07/warzenpfropfung_01-300x210.jpg 300w, https://www.kakteenweb.de/wp-content/uploads/2020/07/warzenpfropfung_01-768x539.jpg 768w, https://www.kakteenweb.de/wp-content/uploads/2020/07/warzenpfropfung_01-1536x1077.jpg 1536w, https://www.kakteenweb.de/wp-content/uploads/2020/07/warzenpfropfung_01-150x105.jpg 150w, https://www.kakteenweb.de/wp-content/uploads/2020/07/warzenpfropfung_01.jpg 2048w" data-sizes="auto, (max-width: 256px) 100vw, 256px" /></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Sie unterscheidet sich von der Pfropftechnik nicht wesentlich von der Sämlingspfrofung. Lediglich der zu vermehrenden Pflanze wurde eine Warze entnommen und beispielsweise auf Pereskiopsis gesetzt. In der Hoffnung dass an der Warze nach einiger Zeit ein Austrieb erfolgt, um so in den Besitz einer weiteren geklonten Pflanze zu gelangen. In der Abbildung ist die Pfropfung einer Warze von<em> Escobaria abdita</em> erfolgreich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Literaturquelle: Elisabeth Manke &#8211; Das BLV Kakteen Buch BLV-Verlag</p>
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			</item>
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		<title>Aussaat- und Stecklingsvermehrung</title>
		<link>https://www.kakteenweb.de/aussaat-und-stecklingsvermehrung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jan]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 Jul 2020 13:40:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Pflege]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Aussaatvermehrung Allgemein: Durch die Aussaat kommt man schnell in den Besitz neuer und seltener Kakteenarten, die vieleicht als Pflanzen im Handel überhaupt nicht erhältlich sind, weil deren Aufzucht durch langsamen Wuchs oder hoher Ausfallraten sich für Gärtnereien nicht rechnet. Wer sich etwas länger mit dem Hobby beschäftigt, wird diese reizvolle...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<div class="wp-block-group"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow">
<hr class="wp-block-separator has-text-color has-pale-cyan-blue-color has-css-opacity has-pale-cyan-blue-background-color has-background is-style-wide"/>



<h3 class="wp-block-heading has-text-align-center" id="am-fenster-auf-dem-fensterbrett" style="font-size:24px"><strong>Aussaatvermehrung</strong></h3>



<hr class="wp-block-separator has-text-color has-pale-cyan-blue-color has-css-opacity has-pale-cyan-blue-background-color has-background is-style-wide"/>
</div></div>



<div style="height:30px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 class="wp-block-heading has-black-color has-text-color has-normal-font-size"><strong>Allgemein:</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Durch die Aussaat kommt man schnell in den Besitz neuer und seltener Kakteenarten, die vieleicht als Pflanzen im Handel überhaupt nicht erhältlich sind, weil deren Aufzucht durch langsamen Wuchs oder hoher Ausfallraten sich für Gärtnereien nicht rechnet. Wer sich etwas länger mit dem Hobby beschäftigt, wird diese reizvolle Beschäftigung früher oder später ausprobieren. Mit Interesse wird man dann verfolgen, wie aus dem Samenkorn eine Kakteenpflanze heranwächst. Die Aussaat von Kakteen unterscheidet sich zwar in einigen Punkten von der Aussaat andere Pflanzen. Wenn man dabei richtig vorgeht, steht jedoch der Erfolg nicht in Frage.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-black-color has-text-color has-normal-font-size"><strong>Samenauswahl:</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Aussaat von Kakteen und deren Anzucht machen zwar viel Freude, erfordern aber auch einiges an Arbeit. Überlegen Sie sich vor der Aussaat sorgfältig, welche Kakteensamen zur Aussaat gebracht werden sollen. Es gibt Kakteen, die nur schwer und mit viel Mühe aus Samen herangezogen werden können. So weisen etwa die Samen von Blossfeldia ganz kleine Samenkörner auf.</p>


<div class="wp-block-image is-resized">
<figure class="alignleft size-large"><img decoding="async" width="297" height="186" src="data:image/svg+xml,%3Csvg%20xmlns='http://www.w3.org/2000/svg'%20viewBox='0%200%20297%20186'%3E%3C/svg%3E" data-src="https://www.wp.kakteenweb.de/wp-content/uploads/2020/12/saat-rotated.jpg" alt="" class="wp-image-2523 lazy" data-srcset="https://www.kakteenweb.de/wp-content/uploads/2020/12/saat-rotated.jpg 297w, https://www.kakteenweb.de/wp-content/uploads/2020/12/saat-150x94.jpg 150w" data-sizes="auto, (max-width: 297px) 100vw, 297px" /><figcaption class="wp-element-caption">Staubfeine Saat von Strombocactus disciformis vergrößert</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Die aus diesen Samen keimenden winzigen Sämlinge brauchen lange, bis sie eine Größe erreichen, die das erstmalige Pikieren gestatten. Bis dahin sind sie stets von Algen und Schadpilzen bedroht. Die Samen anderer Kakteen, etwa die Samen einiger Opuntien, keimen oft schwer. Manche Kakteenliebhaber quellen diese Samen vor oder feilen sie vor der Aussaat an. Schließlich gibt es auch noch Kakteenarten, wie etwa Ariocarpen, deren Samen zwar gut keimen, ihre Jungpflanzen wachsen aber sehr langsam heran. Für den erfahrenen Kakteenfreund ist es besonders befriedigend, wenn es ihm gelingt, auch schwierige Kakteen heranzuziehen.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-black-color has-text-color has-normal-font-size"><strong>Was sollte der Anfänger beachten</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Anfänger wird dagegen seine ersten Aussaatversuche mit einfachen Kakteen machen. Zu diesen zählt z.B. die Mehrzahl der Astrophyten, Cereen, Echinofossulocacteen, Echinopsen, Gymnocalycien, Lobivien, Mammillarien, Notocacteen oder Rebutien. Auf jeden Fall müssen die Kakteensamen keimkräftig sein. Die Samen von Ariocarpen oder Opuntien behalten bis zu einem Jahrzehnt ihre Keimkraft, dagegen lässt aber auf der anderen Seite die Keimkraft von Rebutiensamen schon nach einem Jahr deutlich nach. Der Kakteensamen für die Aussaat sollte daher möglichst aus der Ernte des Vorjahres stammen. Ferner sollten aus den Kakteensamen tatsächlich die Pflanzen keimen, die das Etikett verspricht. Es ist ärgerlich, wenn aus den als Gymnocalycium andreae erworbenen Samen dann Hybriden aus einer zufälligen Insektenbestäubung heranwachsen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn ein Kakteenfreund den noch fehlenden Notocactus uebelmannianus aus Samen heranziehen möchte, fühlt er sich geprellt, wenn infolge einer Verwechslung beim Händler diese Samen den üblichen Notocactus ottonis erbringen. Beim Einkauf von Kakteensamen sollte man sich daher an bewährte Verkäufer wenden. Besonders geschätzt ist am Heimatstandort der Pflanzen gesammeltes Saatgut, hinsichtlich des Artenschutzes im Rahmen der gesetzlichen Zulässigkeit. Dies gilt besonders dann, wenn die Saat fachmännisch eingesammelt und unter Angabe des Fundortes verkauft wurde.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-black-color has-text-color has-normal-font-size"><strong>Samengewinnung:</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn man für sich oder zum Verkauf Kakteensamen gewinnen will, so sollte auch dieser keimkräftig sein und keine Zufallshybride enthalten. Selbstverständlich wird man schöne, wüchsige und blühwillige Elternpflanzen auswählen. Allgemein benötigt man zur Samengewinnung zwei Elternpflanzen. Einige Arten, wie aus der Gattung Frailea, Lophophora oder Rebutia, setzen auch bei Selbstbestäubung Samen an. Unter Selbstbestäubung ist zu verstehen, daß die Narbe einer Blüte mit Blütenstaub der selben Blüte oder einer anderen Blüte derselben Pflanze belegt wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Fremdbestäubung, also eine Bestäubung mit Pollen aus der Blüte einer anderen Pflanze, ist jedoch wegen der breiteren erblichen Grundlage für die Nachkommenschaft vorzuziehen. Die beiden für eine Fremdbestäubung erforderlichen Pflanzen müssen aber vom Erbgut her tatsächlich verschieden sein. Es darf also nicht die eine Pflanze der Ableger der anderen Pflanze sein, auch dürfen nicht beide Pflanzen Ableger oder Sprosse der gleichen Mutterpflanze sein. Um ungewollte Hybriden sicher zu verhindern, sollte man die vorgesehenen Elternpflanzen bereits kurz vor dem Aufbrechen der Blüten unter verschlossenen Glasgefäßen oder sehr feinem Vlies stellen.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-black-color has-text-color has-normal-font-size"><strong>Bestäubung:</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bestäubung wird vorgenommen, wenn die Blüten voll erblüht sind, die Narbenäste sich geöffnet haben, die Staubgefäße reif sind und der Blütenstaub pulverig wirkt. Zur Bestäubung kann man einen weichen Pinsel nutzen. Für sehr kleine Blüten oder für Blüten mit wenig Polleninhalt, ist auch ein Einweg Micro-Pinsel empfehlenswert. Man kann auch mit einer feinen Pinzette Staubgefäße aus einer Blüte auf die Narbe der anderen Blüte bringen. Wenn man verschiedene Bestäubungen vornehmen möchte, verwendet man verschiedene Pinsel. Bitte vergessen Sie nicht, die Pinsel danach gründlich zu reinigen, zum Beispiel durch Ausspülen in medizinischen Alkohol. Vor einer neuen Bestäubung müssen sie natürlich wieder völlig trocken sein. Die bestäubten Pflanzen bleiben bis zum völligen Verwelken der Blüte unter dem gestülpten Gefäß oder dem Vlies. Danch beginnt die Zeit des Wartens, ob die Bestäubung erfolgreich war.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-black-color has-text-color has-normal-font-size"><strong>Saat ernten, reinigen und lagern:</strong></h2>


<div class="wp-block-image is-resized">
<figure class="alignright size-large"><img decoding="async" width="500" height="272" src="data:image/svg+xml,%3Csvg%20xmlns='http://www.w3.org/2000/svg'%20viewBox='0%200%20500%20272'%3E%3C/svg%3E" data-src="https://www.wp.kakteenweb.de/wp-content/uploads/2020/12/frucht.png" alt="" class="wp-image-2536 lazy" data-srcset="https://www.kakteenweb.de/wp-content/uploads/2020/12/frucht.png 500w, https://www.kakteenweb.de/wp-content/uploads/2020/12/frucht-300x163.png 300w, https://www.kakteenweb.de/wp-content/uploads/2020/12/frucht-150x82.png 150w" data-sizes="auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px" /><figcaption class="wp-element-caption">Stachelbeergroße Samenbeere von Mammillaria wrightii</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Manche Kakteen entwickeln eine fleischige Beere, welche dann abgenommen wird, wenn sie ausgereift ist. Meist ist sie dann tiefrot gefärbt oder beginnt aufzuplatzen. Die ausgereifte Beere muss nun sorgfältig und vollständig abgenommen werden. Die Kakteensamen wasche ich mit Hilfe eines Teesiebs und lauwarmen Wasser, um die Samen vom umgebenen Fruchtfleisch zu trennen. Anschließend werden sie z.B. auf einer Kaffee-Filtertüte oder einem Löschpapier ausgelegt und getrocknet. Die Verwendung von Papiertüchern der Küchenrolle ist nicht zu empfehlen. Meist kleben bei der Trocknung die Samen sehr fest an und lassen sich dann sehr schwer ablösen. Bei vielen Arten ist das nicht erforderlich (z.B. Rebutia, Blossfeldia), weil die ausgereiften Samenkapseln nahezu trocken sind und kein Fruchtfleisch mehr vorhanden ist. Öffnet man die geerntete Frucht kullern die Samen sofort heraus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Etikett mit dem Angaben zur Art und dem Jahr der Ernte sind sehr hilfreich, um bei einer wesentlich späteren Aussat noch den genauen Zeitpunkt der Ernte zu wissen und ob der Samen noch eine entsprechende Keimfähigkeit besitzen kann oder möglicherweise schon überlagert ist. Um Schimmelbildung zu vermeiden, sollte man die Samen trocken und bei Zimmertemperatur aufbewahren.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-black-color has-text-color has-normal-font-size" id="skarifizierung"><strong>Skarifizierung schwer keimender Saat (kurz erklärt):</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Unter den Kakteensaaten gibt es auch Arten, die unter herkömmlichen Bedingungen sehr schwer keimen. Im Evolutiosverlauf der Pflanzen entwickelten einige Arten für ihre Saat einen ausgeklügelter Schutzmechanismus, der eine Aussaat im herkömmlichen Sinne &#8211; also Samen entnehmen/reinigen und ausbringen &#8211; wesentlich schwieriger gestaltet. In natürlicher Umgebung werden hierbei entweder klimatische oder tierische &#8220;Mitspieler&#8221; benötigt. Hierzu zählen beispielsweise die meisten Arten der Gattung <strong><a href="https://www.kakteenweb.de/sclerocactus/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Sclerocactus</a></strong>, <strong>Toumeya</strong> und <strong>Navajoa</strong> oder auch einige <strong><a href="https://www.kakteenweb.de/echinocactus/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Echinocactus</a></strong> und <strong><a href="https://www.kakteenweb.de/pediocactus/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Pediocactus</a></strong> Arten, sowie viele <strong>Opuntien</strong>. Die Aufzählung ist damit auch noch nicht vollständig. Um bei diesen Saatgut zu wesentlich besseren Auflaufergebnissen zu gelangen, werden sie mit hoch konzentrierter Schwefelsäure oder einem Bleichmittel kurzzeitig behandelt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sehr gute Erfahrungen werden ebenso auch mit einem Gibberellinsäure-, Alkohol-, Wassergemisch berichtet. Hier sollte die vorzubereitende Saat bis zu 24 Stunden eingelegt werden. Ziel dieser Anwendungen ist, die Samenhülle (Testa) durch die chemische Einwirkung zu schwächen bzw. so zu verändern, das es dem austretenden Keimling gelingt, die Samenhülle leichter zu durchbrechen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine genaue Vorgehensweise dieser Methoden möchte ich an dieser Stelle nicht weiter ausführen, zumal im Internet zur Skarifizierung von Kakteensamen gute Suchergebnisse zu finden sind. Der Umgang mit hoch konzentrierten Säuren ist sehr gefährlich und sollte nur von Personen vorgenommen werden, die genau wissen, wie man damit umgeht. Entsprechender Körper- und vor allem Augenschutz sind hierbei unverzichtbar. Der Vollständigkeit halber möchte ich aber diese vorbereitende Behandlungsform von Kakteensamen an dieser Stelle erwähnt haben.<br><br>In der Natur, bei den Wildpflanzen, erzielen diese Vorbereitungen einerseits lang einwirkende starke Temperturschwankungen, gekoppelt mit intensiver Sonneneinstrahlung. Der Keimerfolg der Wildpflanzen erreicht hierbei zwar nicht sehr hohe Raten, jedoch keimen nun die stärksten und letztendlich besten Samen als natürliche Auslese und sichern den Fortbestand der Art.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine weitere Vorbereitung der Saat beruht auf tierischer Basis. Hierbei spielt der Verdauungsprozess nach Fraß von Kakteenfrüchten eine vorbereitende Rolle. Die Magensäure des Tieres bereitet die Samenhülle für den Keimprozess vor. Die Saamenkörner werden unverdaut wieder ausgeschieden und haben nun eine gute Voraussetzung, bei günstigen Witterungsbedingungen, auszukeimen. </p>



<h2 class="wp-block-heading has-black-color has-text-color has-normal-font-size"><strong>Aussaatvorbereitungen:</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Aussaat kann man in einem geschlossenen, aber gut lüftbaren Saatkasten ausführen. Entsprechende Aussaat- und Anzuchtkästen mit transparenter Kunststoffabdeckung sind in verschiedenen Ausfertigungen im Handel erhältlich. Die Kunststoffhaube ist erforderlich, um die Feuchtigkeit im Sämlingskasten zu halten. Meistens sind auch noch verschiebbare Lüftungsöffnungen im oberen Bereich vorhanden, um die Luftfeuchtigkeit im Inneren etwas zu regulieren. Die Samen benötigen zur Keimung eine verhältnismäßig hohe Luftfeuchtigkeit und sie dürfen in dieser Zeit nicht abtrocknen. Es sind auch Modelle erhältlich, mit zusätzlich eingebauter Bodenheizung und einer Thermostatsteuerung. Hierbei lässt sich die optimale Temperatur einstellen. Der Kasten mit den Sämlingen steht an einem hellen Standort. Achten sie aber bitte darauf, das er nicht ungeschützt der prallen Sonne ausgesetzt ist. Die volle Sonneneinstrahlung fügt den zarten Keimlingen sehr schnell Verbrennungen zu. Daher ist es ratsam, bei Sonnenschein eine leichte Schattierung vorzunehmen. Das kann z.B. ein dünnes Blatt Papier sein oder ein dünner Vliesstoff.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-black-color has-text-color has-normal-font-size"><strong>Aussaat unter Kunstlicht:</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wer unabhängig von der jahreszeitlichen Sonnenscheindauer aussäen oder in den lichtarmen Monaten die Pflanzen bereits vorziehen möchte, um sie dann im Frühjahr oder Frühsommer bereits im Frühbeet oder Gewächshaus weiter zu kultivieren, sollte den Sämlingskasten mit einer künstlichen Beleuchtung ausstatten. Sehr gute Aussaatergebnisse erzielt man mittlerweile mit energiesparenden LED-Leuchtmitteln oder auch Energiesparlampen. Für die Aussaat und Aufzucht von Kakteen empfehle ich die Lichtfarbe &#8220;840&#8221; oder &#8220;865&#8221; für sehr gute Anzuchtergebnisse. Meine Zusatzbeleuchtung bestand seit Jahren aus TNeon-Armaturen, mit einem eingebauten Reflektor. Als Leuchtmittel sind sowohl Energiesparlampen oder mit Vorschaltgerät geeignete LED-Leuchtmittel (Sockel 2G11) einsetzbar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als LED-Leuchtmittel waren 2 Stecksockel-Lampen der Marke Osram Dulux L LED, 2G11, 18 Watt, 840 im Einsatz. Durch einen Defekt der Elektronik in der Armatur und der Suche nach einem Ersatz fiel mittlerweile auf, das diese Geräte in der verwendeten Größe (44,5 x 21,5 x 8 cm) nicht mehr erhältlich sind. Lediglich die leistungshöhere und größere Variante (58 x 21 x 10 cm) ist nur noch erhältlich. Ob die vorhandenen Leuchtmittel dort aber gehalten werden ist hierbei fraglich.<br><br>Eine sehr gute Alternative bietet mittlerweile das <a href="https://www.secretjardin.com/de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">&#8220;COSMORROW LED&#8221; Sytem</a> vom Hersteller Secret Jardin.<br>Hierbei handelt es sich um ein kompaktes, robustes und wasserdichtes 24 Volt LED-Lampensystem, welches in 2 Leistungsklassen (20 Watt &#8211; 50 cm Länge und 40 Watt &#8211; 90 cm Länge) mit passiver Kühlung angeboten wird. Als Lichtfarben kann man zwischen Wachstum (20 Watt &#8211; 2400 Lumen / 40 Watt &#8211; 4800 Lumen), Blütenansatz (20 Watt &#8211; 2400 Lumen / 40 Watt &#8211; 4800 Lumen), Ultraviolett und Infrarot Leuchtmittel wählen bzw. kombinieren.<br>Mit einem passenden Aufnahmegestell können hierbei bis zu 5 Lichtleitsten (Lightbars) zusammen montiert und über die zu bescheinende Saat gehängt oder geschraubt werden. Ein stufenlos verstellbares Seilzug-Set ermöglicht die genaue Positionierung. Die LED-Leisten werden ganz einfach eingeclipt und je nach Netzteilgröße bzw. Anzahl der Netzteilanschlüsse verbunden. Die maximal erhältliche Netzteilgröße stellt Energie für 5 Lightbars, mit je 20 Watt Leistung zur Verfügung. Wer weniger oder mehr benötigt, stellt sich das passende Lichtpaket und den gewünschten Lichtspektrum zusammen. Die Abwärme der LED-Leisten in meiner Anlage stellt eine gleichbleibende und gewünschte Anzuchttemperatur von knapp 25°C bereit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kontrolle schafft ein Thermometer, welches die Temperatur misst. Ein zusätzliches Hygrometer ist sinnvoll, um auch die Luftfeuchtigkeit im Blick zu haben. Hierbei ist eine Feuchtigkeit während der Beleuchtungsphase von etwa 70 bis 80% optimal. Bei längerer Beleuchtung ist eine Temperatur unter 30°C einzustellen. Etwa 25°C ist eine optimale Keimtemperatur. Ein wenig ausprobieren, welcher Abstand der Beleuchtung zum Anzuchtgewächshaus hier welche Temperatur im Inneren erzeugt, ist also schon ratsam. Wichtig für die Keimung ist auch eine Dunkelphase von etwa 12 Stunden. Ein deutliches Absinken der Temperatur im Aussaatkasten ist hierbei nur zu empfehlen. Etwa 15°C ist etwa der angestrebte Temperaturbereich. Der deutliche Temperaturunterschied begünstigt sowohl die Keimung, als auch die Widerstandsfähigkeit der Sämlinge. Als guter Platz könnte hier ein etwa 15°C kühler Keller dienen, wo dann bei ausgeschalteter Beleuchtung die gewünschte Temperaturabsenkung eintritt.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-black-color has-text-color has-normal-font-size"><strong>Aussaatbehälter</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Viele Kakteenfreunde bevorzugen für die Aussaat flache Kunststofftöpfe. Es ist ratsam, in jedem Topf nur eine Kakteenart auszubringen. Großen Aussaatschalen verwende ich hierfür nicht, da möglicherweise nicht mehr genau die einzelne, ausgesäte Art, abgegrenzt werden kann. Die meisten Kakteensämlinge sehen sich in den ersten Monaten zum verwechseln ähnlich. Bei diesen zweikeimblättrigen Pflanze sind über längere Zeit nur jene Keimblätter sichtbar, bevor sich im weiteren Wachstumsprozess die ersten zarten Dornen zeigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weiterhin besteht bei großen Aussaatschalen die Gefahr, dass ein eingetretener Pilzbefall die gesamte Aussaat vernichtet. Im beheizten Gewächshaus mit gutem Licht im Winter oder einem mit Heizung und Zusatzlicht ausgestatteten Aussaatkaten ist eine gute Vorraussetzung bereits im Dezember oder Januar mit der Aussat zu beginnen. Wer auf natürliches Licht und Wärme angewiesen ist, sollte mit der Aussaat bis März-April warten. Bei einer zu frühen Aussaat und durch ungünstiges Wetter verursachte verzögerte Keimung, ist die Gefahr des Misslingens und einer Pilzinfektion besonders groß.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-black-color has-text-color has-normal-font-size"><strong>Aussaatsubstrat:</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auf dem Boden des Aussaatgefäßes füllt man nach Möglichkeit eine dünne Schicht Lava, in feiner Körnung (0,5-2mm), als Drainage. Durch die porige Struktur in den Lavasteinchen kann das Gießwasser hierbei gut ablaufen, zudem speichert sie aber noch eine gewisse Zeit lang Feuchtigkeit und Nährstoffe. Wenn die Faserwurzeln, der sich entwicklenden Pflanzen dann diesen Bereich erreichen, steht ihnen eine zusätzliche Feuchtigkeits- und Nährstoffquelle zur Verfügung, ohne jedoch zu feucht zu sein. Wenn ich später die Sämlingspflanzen pikiere (vereinzele) stelle ich häufig fest, wie stark die Faserwurzeln die kleinen Lavabrocken fest umschlossen haben. Über die Lavaschicht füllt man eine leichte, kleinkörnige Kakteenerde (Bims, Zeolith und Kies, in der Körnung 0,5-2mm) bis unter den Rand des Gefäßes.  Die Erde kann man zuvor durch Dämpfen oder in der Mikrowelle (vorher etwas befeuchten) keimfrei machen. Auf die Erde bringt man letztendlich eine 1-2 mm dicke Schicht Quarzkies als Abstreuung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese verhindert ein schnelles Veralgen und Verpilzen und ist zudem recht lichtdurchlässig, welches unser Kakteensamen als Lichkeimer benötigen. Nach dem Einbringen des Aussaatsubstrats sollten die Töpfe kurz auf eine Unterlage aufgestoßen werden. Hierbei erreicht man ein setzten der Erde. Eine Etikettierung der einzelnen Aussaatgefäße mit Datum und Kakteenart schließen die Vorbereitungen ab.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-black-color has-text-color has-normal-font-size"><strong>Ausaat:</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Damit sich die Kakteensamen gut entwickeln können, verteile ich sie gleichmäßig über die Aussaatfläche. Als Hilfsmittel für eine gleichmäßige Verteilung knickt man ein etwa postkartengroßes Stück Papier, so daß eine Rinne entsteht. Die auszusäenden Samen füllt man in diese Rinne. Durch eine leichte Neigung nach vorn und gleichzeitiges leichtes klopfen mit der anderen Hand gegen das Stück Papier, kullern nun die Samen vorne aus der Papierrinne heraus und lassen sich gleichmäßig verteilen. Nach der Aussaat werden die Samen mittels einer glatten Fläche (z.B. Streichholzschachtel) leicht in das Aussaatsubstrat hineingedrückt. Das hat den Vorteil, daß der ausgebrachte Samen eine gute Verbindung mit dem Substrat hertellt und somit die benötigte Feuchtigkeit zur Keimung erhält. Ein übersieben der Samen mit Erde ist nicht ratsam, da unser Kakteen ja Lichtkeimer sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um vorbeugend vor einer Pilzinfektion zu schützen, kann man nach der Aussaat mit einer Chinosollösung (0,05%ig) nebeln. Anschließend staue ich das Saatgefäß an, damit wird es gleichmäßig bewässert. Man taucht (stellt) das Gefäß in lauwarmes Wasser, bis sich das Substrat bist zur Deckschicht vollgesogen hat. Auch hier kann Chinosol in der genannten Verdünnung beigegeben werden. Danach bringt man das Aussaatgefäß in den Aussaatkasten. Damit ein feuchtwarmes Klima entsteht, lege ich nun den Klarsichtdeckel auf. Als geeignete Keimtemperatur ist bei vielen Arten bei 20-25°C, Temperaturen unter 10°C und über 30°C hemmen die Keimung. Bei einem elektrisch heizbaren Aussaatkasten stellt man das Thermostat entsprechend ein. Ist keine Zusatzheizung vorhanden, so muss ein Platz gesucht werden, der diesen geeigneten Temperaturbereich gewährleistet. Eine nächtliche Abkühlung auf 15-18°C fördert die Keimung und ist für die Entwicklung von gesunden Sämlingen günstig.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-black-color has-text-color has-normal-font-size"><strong>Keimung:</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Manche Kakteenarten, wie Astrophyten oder Coryphanthen, keimen binnen weniger Tage, Mammillarien meist binnen zwei Wochen. Andere Arten, wie die Gattung Opuntia, benötigen länger. Während der Keimung darf die Aussaat nicht austrocknen. Wenn jedoch die ersten feinen Dornen an den meisten Sämlingen sichtbar werden, sollte in immer größer werdenden Abständen der Klarsichtdeckel angehoben und nach kurzer Zeit gänzlich entfernt werden, damit die pilzfördernde feuchtwarme Atmosphäre nicht länger als nötig aufrechterhalten wird. Mit weiterer Wachstumszunahme sollten die etwas schneller gekeimten Arten nun aus den Aussaatkaten herausgenommen werden. Noch keimende Arten werden weiter darin belassen.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-black-color has-text-color has-normal-font-size"><strong>Aufzucht:</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Sämlinge bleiben nun monatelang im Aussaattopf. Während der gesamten Zeit muß man darauf achten, daß die Erde nicht alkalisch wird und keine Verpilzung eintritt. Daher sollte mit sauberem oder angesäuertem Regenwasser bewässert werden. Das tut man durch etwa halbstündiges Einstellen in ein Wasserbad. Ab der Dornenbildung kann man dem Gießwasser eine leichte Düngergabe hinzugeben. Wenn die Sämlinge so stark gewachsen sind, daß sich die Polster der einzelnen Pflanzen schon gegenseitig drängen, muss bald pikiert werden. Pikieren bedeutet, daß man die Sämlinge in frische Erde mit einen größerem Abstand neu einsetzt. Dies kann bei günstigen Bedingungen schon im ersten Sommer, bei ungünstigen Verhältnissen im nächsten Frühjahr erforderlich sein. im Herbst sollte nicht mehr pikiert werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Sämlinge wachsen dann nicht mehr gut an und gehen geschwächt in die Winterruhe. Beim Pikieren achtet man darauf, daß die Wurzeln der Sämlinge nicht zu sehr verletzt werden. Die Erde des Sämlingstopfes sollte trocken sein. Beim Pikieren sind spitze Holzstäbchen in halber bis ganzer Bleistiftdicke zum Vorbohren der Pflanzenlöcher und zum einsetzten der Sämlinge ein sehr geeignetes Hilfsmittel. Im Handel sind auch spezielle Pikierstäbe aus Plastik erhältlich, die für größere oder häufigere Pikierarbeiten eine sehr gute Anschaffung sind. Beim ersten Pikieren werden die Jungpflanzen noch nicht in Einzeltöpfe gesetzt. Man pflanzt sie etwa mit einem Abstand, der doppelt so groß ist wie der Durchmesser einer Jungpflanze. Bei größeren Pflanzabständen wird das Substrat schlecht durchwurzelt, bei kleineren Abständen muss sehr rasch erneut pikiert werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Jungpflanzen sollen, insbesondere nach dem Umsetzten, zwar hell, aber noch nicht sonnig stehen. Beim zweiten Pikieren haben wüchsige Jungpflanzen bereits 2-3 cm Durchmesser und können nun in Einzeltöpfe gesetzt werden. Hierbei gibt man weiterhin als Bodenschicht Sphagnum ein und Bewässert von unten. Nach der Einwurzelung bringt man die Jungpflanzen an eine sonnige (nicht pralle Mittagssonne) Stelle. Die Kakteen zeigen hier ein verblüffendes Wachstum und entwickeln eine stärkere Bedornung. Viele Kugelkakteen blühen bereits im Alter von 2 bis 3 Jahren.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-black-color has-text-color has-normal-font-size"><strong>Aussaat im Plastikbeutel (Fleischermethode):</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Flache Töpfe oder Schalen werden nach gründlicher Reinigung mit humusfreiem <strong><a href="https://www.kakteenweb.de/kakteensubstrat-und-umtopfen/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Substrat</a> </strong>(Bims, Zeolith, Aquariumkies, Lava- oder Ziegelgrus, in einer Körnung von 0,5-2 mm) gefüllt. Vorheriges Dämpfen wird empfohlen. Da jedoch nicht wirklich steril gearbeitet werden kann, läßt sich das Eindringen von Schadpilzen nicht völlig verhindern, doch darf das Substrat in seinen oberen Schichten, den Pilzen keinen Nährboden bieten. Die Kakteensamen müssen sauber sein, es darf kein Fruchtfleisch mehr anhaften. Sie werden in üblicher Weise ausgesät. Anschließend werden die Töpfe in ein Wasserbad gestellt, in dem sie sich dann mit der Flüssigkeit vollsaugen können. Diese Vorgehensweise wird auch meist als anstauen bezeichnet. Dem Wasserbad wird ein pilzhemmendes (aber nicht in der Nebenwirkung keimhemmendes) Mittel und ein mineralischer Volldünger in schwacher Konzentration (1ml/1 Liter) gelöst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem Abtropfen knotet man jedes Aussaatgefäß in einen glasklaren, luftdichten Plastikbeutel ein und stellt oder hängt diese dann warm (20-25°C) und hell, aber nicht sonnig auf. In der Sonne könnte die Luft im Plastikbeutel rasch zu heiß werden. Da keine Feuchtigkeit verdunstet, kann die Aussaat für einige Monate sich selbst überlassen bleiben. Ausschlaggebend ist, daß keine Pilzinfektionen auftreten. Wenn man nach einigen Monaten die Plastiktüte öffnet, ist man oft überrascht, wie gut und kräftig manchmal auch schwierige Sämlinge herangewachsen sind, die nun bald pikiert und wie beschrieben weiterkultiviert werden können.</p>



<h2 class="wp-block-heading has-black-color has-text-color has-normal-font-size"><strong>Aussaat in Feinkostbecher</strong>:</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Art der Fleischermethode wende ich schon seit Jahren erfolgreich an. Anstelle eine Plastikbeutels wird zunächst das feine Aussatsubstrat (Bims, Zeolith, Aquarienkies, in einer Körnung von 0,5-2mm) in einen Feinkostbecher (Größe 250 ml) bist etwa zur Hälfte eingefüllt. Kochend erhitztes Leitungs- oder destilliertes Wasser gebe ich ein pilzhemmendes Mittel und etwas Volldünger (1ml/1 Liter) bei. Mit einer etwas größeren Spritze fülle ich das heiße Gemisch in die Feinkostbecher, bis das Substrat gut nass ist, jedoch noch nicht aufschwimmt. Danach kühlt das feuchte Substrat zunächst ab, bis die Temperatur am Becherrand gefühlt lauwarm ist. Nun bringe ich die Saat gut verteilt aus und verschließe den Becher sofort mit dem zugehörigen Deckel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Danach stelle ich die Aussaat in den Keller, unter die weiter oben bereits erwähnten LED-Kunstlichtgeräte, in eine Anzuchtgewächshaus, in dessen Deckelseiten zusätzlich noch Spiegelfolie eingeklebt ist. Die Spiegelfolie reflektiert das ein- und ausfallende Licht innerhalb der Box und begünstigt eine gute Ausleuchtung in jedem Bereich des Anzuchtgewächshauses. Die Wärmestrahlung der Armaturen sorgen für eine gleichbleibende Temperatur von etwa 25 °C bei Licht. Durch den kühlen Keller senkt sich die Temperatur bei Dunkelheit auf etwa 16-18°C ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Meist beginne ich mit der Aussaat im Dezember, um im der nachfolgenden Wachstums-Saison die meisten Pflanzen bereits pikieren zu können. Langsam aufwachsende Arten, wie Aztekium oder Blossfeldia, verbleiben nun ein bis eineinhalb Jahre in dem Behälter, bis sie eine pikierfähige Größe erreicht haben.</p>



<div class="wp-block-group"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow">
<hr class="wp-block-separator has-text-color has-pale-cyan-blue-color has-css-opacity has-pale-cyan-blue-background-color has-background is-style-wide"/>



<h3 class="wp-block-heading has-text-align-center" id="am-fenster-auf-dem-fensterbrett" style="font-size:24px"><strong>Stecklingsvermehrung</strong></h3>



<hr class="wp-block-separator has-text-color has-pale-cyan-blue-color has-css-opacity has-pale-cyan-blue-background-color has-background is-style-wide"/>
</div></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die Vermehrung durch Stecklinge ist die einfachste Vermehrungsart. Sie erfordert keinen besonderen Aufwand und gelingt bei vielen Arten in den meisten Fällen. Die günstigste Jahreszeiten für eine Stecklingsvermehrung, sind das Frühjahr und der Frühsommer. Im Herbst dagegen sind viele Kakteen nicht mehr so leicht zu bewegen, neue Wurzeln zu bilden. Zusätzlich würden in der bevorstehenden Ruhezeit, die neu gebildeten Wurzeln wieder eintrocknen. Leider sind aber auch einige Arten fast garnicht oder nur sehr schwer zu bewurzeln. Hierzu zählen beispielsweise die Gattungen <a href="https://www.kakteenweb.de/blossfeldia/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Blossfeldia</a>, <a href="https://www.kakteenweb.de/aztekium/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Aztekium</a> und <a href="https://www.kakteenweb.de/yavia/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Yavia</a>. Diese Pflanzen sollten für eine Vermehrung eher <a href="https://www.kakteenweb.de/pfropfen-die-veredelungstechniken/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">gepfropft</a> werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Stecklinge werden von der Mutterpflanze mit einem sauberen, scharfen Messer abgeschnitten. Wenn man so genannte &#8220;Kindel&#8221; herausdreht oder herausreisst, können sowohl die Mutterpflanze, wie auch die &#8220;Kindel&#8221; stark beschädigt werden. Bei Stecklingen von Säulenkakteen kantet man die Schnittstelle leicht ab. Hierdurch wird erreicht, daß die neuen Wurzeln nicht seitlich aus dem Rand, sondern nach unten gerichtet in der Mitte der Schnittstelle austreten.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-full"><img decoding="async" width="200" height="200" src="data:image/svg+xml,%3Csvg%20xmlns='http://www.w3.org/2000/svg'%20viewBox='0%200%20200%20200'%3E%3C/svg%3E" data-src="https://www.kakteenweb.de/wp-content/uploads/2020/07/pflege_53.jpg" alt="Stecklingsschnitt" class="wp-image-9587 lazy" data-srcset="https://www.kakteenweb.de/wp-content/uploads/2020/07/pflege_53.jpg 200w, https://www.kakteenweb.de/wp-content/uploads/2020/07/pflege_53-150x150.jpg 150w, https://www.kakteenweb.de/wp-content/uploads/2020/07/pflege_53-100x100.jpg 100w" data-sizes="auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px" /></figure>
</div>


<p class="has-text-align-left wp-block-paragraph">Auch die Stecklinge von epiphytischen Kakteen müssen zugeschnitten werden. Die dünn verholzten Ansatzstellen der Sprosse sind für die Wurzelbildung sehr schlecht geeignet. Eine bessere Wurzelbildung erzielt man hierbei an den breiteren &#8220;Blättern&#8221;. Vor der Bewurzelung müssen die Schnittstellen abtrocknen. Dies wird bei einer kleinen Schnittstelle eines Sprosses von gruppenbildenen Pflanzen in 1 bis 2 Wochen erreicht. Bei größeren Schnittstellen, wie beispielsweise an Cereenstecklingen wird das Schließen der Schnittstelle erst nach 1 bis 2 Monaten hinreichend erfolgen und abgetrocknet sein. In dieser Zeit müssen die Stecklinge senkrecht stehen, denn die neuen Wurzeln orientieren sich anhand der Gravitationskraft immer nach unten. Wenn ein Steckling wochenlang auf der Seite liegt, wird er seitlich und nicht aus der Schnittstelle Wurzeln bilden. Man stellt daher die Stecklinge zu mehreren in einen leeren Blumentopf.</p>



<p class="has-text-align-left wp-block-paragraph">Hilfreich ist hierbei, in den Blumentopf ein Netz (Kartoffelnetz, Zwiebelnetz) aufzuhängen und darauf die Stecklinge zu stellen. Die senkrechte Position der Pflanzen kann man mit Hilfe von Hölzern (Bambusstäbe) erreichen, woran die Stecklinge lose angebunden werden. Übrig gebliebene Elektrokabel könnte man z.B. biegen und somit die zu bewurzelnden Pflanzen entsprechend fixieren. Nach dem Abtrocknen stellt man die Stecklinge zur Bewurzelung senkrecht auf ein durchlässiges und Fäulnis hemmendes Substrat. Diesem sollte man einen höheren Anteil von mineralischen Bestandteilen, wie gröberen Bimskies, Granitgrus oder auch gewaschenen Kies beimischen, was die Durchlässigkeit von Feuchtigkeit verbessert. Das Bewurzelungssubstrat sollte nicht nass sein, sondern nur eine ganz leichte, milde Feuchtigkeit aufweisen. Man kann einen Tontopf zur Hälfte mit dem Bewurzelungssubstrat füllen und die Stecklinge dort senkrecht hineinstellen. Für Kugelkakteen reicht eine flache Schale aus.</p>



<p class="has-text-align-left wp-block-paragraph">Für Blatt- und auch Säulenkakteen mische ich ein Substrat aus Bestandteilen von Kokosfasern und gröberen Bims an, für Kugelkakteen eignet sich beispielsweise auch grober Vogelsand als Bewurzelungssubstrat hervorragend. Nun kann man das verwendte Substrat immer wieder leicht durch besprühen anfeuchten. Durch die milde Feuchte wird ein zu starkes Schrumpfen der Stecklinge verhindert und die Wurzelbildung begünstigt. Im Allgemeinen muss man bei der Bewurzelung Geduld haben. Bei der Bewurzelung von Säulenkakteen brechen die Wurzeln manchmal erst nach einem Jahr durch. Dagegen bereitet die Bewurzelung von Sprossen der Gruppen bildenden Kakteen meist keine Schwierigkeiten. Oftmals haben diese Sprosse bereits an der Mutterpflanze kleine Wurzeln vorgebildet. Erst wenn die Wurzeln deutlich sichtbar sind, werden die Stecklinge in die <a href="https://www.kakteenweb.de/kakteensubstrat-und-umtopfen/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Kulturerde</a> eingepflanzt. In den ersten Wochen nach dem Einpflanzen sollte noch vorsichtig bewässert werden. In der gesamten Zeit des Abtrocknens und des Bewurzelns sollten die Stecklinge warm und hell, aber nicht sonnig stehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hilfreich sind auch Präparate mit entsprechenden Wurzelstimulatoren die in Form von Pulver (z.B. Rhizopon) oder Gel (z.B. Klonex) erhältlich sind. Hierbei wird die zu bewurzelnde Fläche damit bestrichen um die Wurzelbildung zu erleichtern und zu beschleunigen. Bei Stecklingen oder Sprossen von Pflanzen mit einer Rübenwurzel, muss man sich in besonders viel Geduld üben. Der Steckling bemüht sich zunächst, die typische Rübenwurzel zu bilden, während an der Pflanze kaum ein Wachstum zu beobachten ist. Erst nach deren Bildung, so nach dem 2 Jahr, setzt auch das Pflanzenwachstum ein.</p>



<div style="height:30px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>
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		<title>Vermehren und Veredeln</title>
		<link>https://www.kakteenweb.de/vermehren-und-veredeln/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jan]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 05 Oct 2020 13:02:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Pflege]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Aufbau einer schönen Pflanzensammlung kann natürlich über mehrere Wege erfolgen. Der einfachste Weg ist natürlich immer der Zukauf von Pflanzen. Im Laufe der Zeit wird man dann vielleicht aber wählerischer. Man spezialisiert sich auf Gattungen oder wünscht sich für die eigene Sammlung eine Art, die selten zu bekommen ist....</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Der Aufbau einer schönen Pflanzensammlung kann natürlich über mehrere Wege erfolgen. Der einfachste Weg ist natürlich immer der Zukauf von Pflanzen. Im Laufe der Zeit wird man dann vielleicht aber wählerischer. Man spezialisiert sich auf Gattungen oder wünscht sich für die eigene Sammlung eine Art, die selten zu bekommen ist. Vielleicht nur als Saatgut. Leider ist die Vermehrung von Kakteen über die Aussaat nicht so einfach, wie beispielsweise beim Rasen. So gibt es natürlich recht einfach auszusäende Arten aber daneben auch sehr anspruchvolle Arten, die etwas schwieriger groß zu bekommen sind. Manchmal auch erst in mehreren Versuchen. Unter dem nachfolgenden Artikeln erfahren sie etwas über die Vermehrung von Pflanzen, was man hierbei verwendet und natürlich Hinweise wie man vorgehen kann. Ein weiter Artikel stellt ihnen die verschiedenen Veredelungsmöglichkeiten &#8211; dem Pfropfen &#8211; vor.</p>
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		<title>Wachstumsförderer</title>
		<link>https://www.kakteenweb.de/wachstumsfoerderer/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jan]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 Jul 2020 10:39:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Pflege]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vitanal®: Neben einer guten Standortauswahl und günstiger Wachstumsbedingungen, gibt es für unsere Pflanzen diverse Produkte auf dem Markt, die den Anschein haben, regelrechte Wundermittel zu sein. Hierzu zählt Dr. Rech&#8217;s VITANAL® &#8211; Kakteen Spezial Natur Aktiv. Bestehen die Inhaltsstoffe aus Pflanzen hergestellte, biologische Flüssignährstoff-Konzentrate. Die wesentlichen Bestandteile sind hierbei Aminosäuren,...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<div class="wp-block-image is-style-default"><figure class="alignleft size-large"><img decoding="async" width="130" height="350" src="data:image/svg+xml,%3Csvg%20xmlns='http://www.w3.org/2000/svg'%20viewBox='0%200%20130%20350'%3E%3C/svg%3E" data-src="https://www.wp.kakteenweb.de/wp-content/uploads/2020/07/pflege_85.jpg" alt="" class="wp-image-935 lazy" data-srcset="https://www.kakteenweb.de/wp-content/uploads/2020/07/pflege_85.jpg 130w, https://www.kakteenweb.de/wp-content/uploads/2020/07/pflege_85-111x300.jpg 111w, https://www.kakteenweb.de/wp-content/uploads/2020/07/pflege_85-56x150.jpg 56w" data-sizes="auto, (max-width: 130px) 100vw, 130px" /></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Vitanal®:</strong> Neben einer guten Standortauswahl und günstiger Wachstumsbedingungen, gibt es für unsere Pflanzen diverse Produkte auf dem Markt, die den Anschein haben, regelrechte Wundermittel zu sein. Hierzu zählt Dr. Rech&#8217;s VITANAL® &#8211; Kakteen Spezial Natur Aktiv. Bestehen die Inhaltsstoffe aus Pflanzen hergestellte, biologische Flüssignährstoff-Konzentrate. Die wesentlichen Bestandteile sind hierbei Aminosäuren, Eiweiße, Kohlenhydrate und Vitamine. Bei eine Dosierung von einer Verschlusskappe auf 6 Liter Wasser beim regelmäßigen gießen, bekommen die Pflanzen bessere und kräftigere Wurzeln. Die positive Folge ist ein gesundes und gleichmäßiges Wachstum. Auch überdüngtes und versalztes Substrat, als Folge vom intensiven düngen, wird laut Angaben des Herstellers wieder reaktiviert. Abgelagerte Salze an den Wurzeln werden gelöst und machen die Pflanze wieder aufnahmefähig. VITANAL® kann sowohl zum gießen, als auch zum spritzen verwendet werden. Viele Kakteenfreunde schwören auf die Wirksamkeit von VITANAL® und wenden es regelmäßig an.</p>



<div class="wp-block-image is-style-default"><figure class="alignright size-large"><img decoding="async" width="180" height="270" src="data:image/svg+xml,%3Csvg%20xmlns='http://www.w3.org/2000/svg'%20viewBox='0%200%20180%20270'%3E%3C/svg%3E" data-src="https://www.wp.kakteenweb.de/wp-content/uploads/2020/07/pflege_86.jpg" alt="" class="wp-image-936 lazy" data-srcset="https://www.kakteenweb.de/wp-content/uploads/2020/07/pflege_86.jpg 180w, https://www.kakteenweb.de/wp-content/uploads/2020/07/pflege_86-100x150.jpg 100w" data-sizes="auto, (max-width: 180px) 100vw, 180px" /></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Superthrive:</strong> Ein weiteres Mittel auf Basis von mehr als 50 Vitaminen und diverser Hormone kommt aus den USA. Es wird unter dem Produktnamen Superthrive vertrieben. Auch hier verspricht der Hersteller eine Verbesserung des Bodenklimas, bessere Wurzelbildung sowie gesündere und bessere Pflanzen, was sich letztendlich auch auf Blühfreudigkeit und Blütenreichtum auswirkt. Im Vergleich zu VITANAL® wird Superthrive bei der Anwendung auf Kakteen mit 0,15 ml auf 10 Liter Wasser dosiert. Bei der mitgelieferten Pipette entspricht das ziemlich genau 3 Tropfen. Eine 120 ml Flasche hält somit einige Zeit. Bei Anwendungen auf Kakteen findet man noch relativ selten Erfahrungsberichte im Netz. Freunde anderer exotische Blüh- und Grünpflanzen sind von der Wirksamkeit von Superthrive überzeugt.</p>
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		<title>Blütenbildung</title>
		<link>https://www.kakteenweb.de/bluetenbildung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jan]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 06 Jul 2020 08:17:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Pflege]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Allgemein: Für viele Kakteenfreunde ist es eine wichtige Frage, ob es gelingt, ihre Pflanzen zum Blühen zu bringen. Gern erinnert man sich an Blüherfolge der vergangenen Jahre. Mit den Erfahrungen wachsen auch die Ansprüche, schwer blühende Pflanzen in eigener Kultur aufblühen zu sehen. Die Blütenbildung der Kakteen und die ausschlaggebenden...</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Allgemein:</strong> Für viele Kakteenfreunde ist es eine wichtige Frage, ob es gelingt, ihre Pflanzen zum Blühen zu bringen. Gern erinnert man sich an Blüherfolge der vergangenen Jahre. Mit den Erfahrungen wachsen auch die Ansprüche, schwer blühende Pflanzen in eigener Kultur aufblühen zu sehen. Die Blütenbildung der Kakteen und die ausschlaggebenden Faktoren stellen ein interessantes Problem dar. Für einige Arten vorliegende Untersuchungen lassen vermuten, dass mehrer Ursachen hierbei bedeutsam sind. Kakteen, die blühen sollen, müssen zunächst einmal eine gewisse Mindestgröße und ein gewisses Mindestalter erreicht haben. Erforderliche Größe und erforderliches Alter können von Gattung zu Gattung recht unterschiedlich sein. Von der Aussaat an gerechnet, können erste Blüten bei nachfolgenden ausgewählten Arten erscheinen:</p>



<figure class="wp-block-table is-style-stripes"><table class="has-background" style="background-color:#e7f5fe"><thead><tr><th><span class="has-inline-color has-very-dark-gray-color"><strong>Kakteenart</strong></span></th><th class="has-text-align-center" data-align="center"><span class="has-inline-color has-very-dark-gray-color"><strong>Zeit</strong></span></th></tr></thead><tbody><tr><td>Rebutia minuscula</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">1-2 Jahre</td></tr><tr><td>Mammillaria zeilmanniana, Mammillaria prolifera</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">2-3 Jahre</td></tr><tr><td>Gymnocalycium baldianum, Gymnocalycium andreae</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">3-4 Jahre</td></tr><tr><td>Mammillaria elegans, Notocactus ottonis, Lobivia jajoiana, Mammillaria rhodantha, Mammillaria parkinsonii</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">4-5 Jahre</td></tr><tr><td>Echinocereus triglochidiatus</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">5-6 Jahre</td></tr><tr><td>Notocactus leninghausii</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">7-9 Jahre</td></tr><tr><td>Oreocereus trollii, Trichocereus candicans</td><td class="has-text-align-center" data-align="center">10-15 Jahre</td></tr></tbody></table></figure>



<div class="wp-block-image is-style-default"><figure class="alignleft size-large"><img decoding="async" width="200" height="150" src="data:image/svg+xml,%3Csvg%20xmlns='http://www.w3.org/2000/svg'%20viewBox='0%200%20200%20150'%3E%3C/svg%3E" data-src="https://www.wp.kakteenweb.de/wp-content/uploads/2020/07/pflege_34.jpg" alt="" class="wp-image-690 lazy" data-srcset="https://www.kakteenweb.de/wp-content/uploads/2020/07/pflege_34.jpg 200w, https://www.kakteenweb.de/wp-content/uploads/2020/07/pflege_34-150x113.jpg 150w" data-sizes="auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px" /><figcaption>Leicht blühende Anfängerpflanze<br>Mammillaria bocasana cv. roseiflora</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Selbst bei nahe verwandten Gattungen kann es erhebliche Unterschiede im Blühverhalten geben. So sind Echinopsis-Arten bereits als wesentlich jüngere und kleinere Pflanzen blühfähig, als viele der nahe verwandten Trichocereen, die meist in höherem Alter blühen. Kreuzungen zwischen Echinopsen und Trichocereen zeigten zwar die schönen Blüten der Trichocereen aber auch deren Neigung, erst in höherem Alter zu blühen. Das zeigt, dass das Mindestblühalter erblich festgelegt ist. Säulenkakteen bedürfen meist einer beträchtlichen Größe, bevor sie blühfähig sind. Schneidet man aber das Kopfstück eines blühfähigen Säulenkaktus ab und bewurzelt dies als Steckling neu, so behält es seine Blühfähigkeit und blüht folglich als viel kleinere Pflanze. Ursache ist das im Steckling befindliche Blühhormon.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei anderen Pflanzen konnte man durch Pfropfen das Blühhormon auf nicht blühfähige Pflanzen übertragen und sie so zum blühen bringen. Neben Größe und Alter ist auch die Ernährung der Kakteen von großer Bedeutung. Bei einer zu stickstoffreichen ernährten, mastigen Pflanze wird das vegetative Wachstum auf Kosten der Blühwilligkeit gefördert. Daher ist eine ausgewogene, stickstoffarme, an Phosphor und Kalium reiche Düngung vorzuziehen. Sehr wesentlich für die Blütenbildung der Kakteen ist die strikte Einhaltung der Ruhezeit. Hier wird der Blütenansatz vorgebildet. Untersuchungen von W. Rünger ergaben, dass Notocactus concinnus, Notocactus scopa, Mammillaria zeilmanniana, Mammillaria bocasana, Mammillaria longicoma, Rebutia marsoneri, Rebutia krainziana, Rebutia minuscula, Rebutia violaciflora, Gymnocalycium baldianum und Echinopsis aurea für die Blütenbildung eine Ruheperiode von 40 bis 70 Tage, bei einer Temperatur von etwa 10 °C, besonders förderlich ist.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><img decoding="async" width="300" height="225" src="data:image/svg+xml,%3Csvg%20xmlns='http://www.w3.org/2000/svg'%20viewBox='0%200%20300%20225'%3E%3C/svg%3E" data-src="https://www.wp.kakteenweb.de/wp-content/uploads/2020/12/knospe.jpg" alt="" class="wp-image-2598 lazy" data-srcset="https://www.kakteenweb.de/wp-content/uploads/2020/12/knospe.jpg 300w, https://www.kakteenweb.de/wp-content/uploads/2020/12/knospe-150x113.jpg 150w" data-sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Mit zunehmender Dauer der Kühlperiode nimmt die Anzahl der gebildeten Blüten zu. Hohe Lichtintensität während, vor allem aber nach der Kühlperiode verstärkt die Wirkung, es werden mehr Blüten gebildet. Die Tageslänge hat bei Temperaturen bis 10 °C meist keinen Einfluss auf die Blütenbildung. Bei wärmeren Temperaturen werden bei Kurztagsbelichtung mehr Blüten gebildet, als bei Langtagsbelichtung. Bei Rhipsalidopsis gaertneri, dem Osterkaktus, einem Vertreter der epiphytischen Kakteen, ist die Blütenbildung von Temperatur und Tageslänge abhängig. Optimal ist eine Kühlperiode von 50 Tagen bei 10-15 °C und Kurztagsbelichtung. Auch epiphytische Kakteen, zum Beispiel Rhipsalis, die das ganze Jahr in einem gleichmäßig warmen und feuchten Gewächshaus stehen, blühen meist nicht regellos, sondern erst, wenn die Tage bei uns kürzer werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dem erfahrenen Kakteenfreund wird die genannte Temperatur von 10 °C für einen optimalen Blütenansatz zum Beispiel von Rebutien relativ hoch erscheinen. In ihrer Heimat sind diese Kakteen jedoch nicht einer gleichmäßigen Temperatur ausgesetzt, wie sie bei der Untersuchung wohl wegen der Überschaubarkeit der Versuchsanordnung unumgänglich war, sondern sie unterliegen starken Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht. Dem entspricht es, dass sich erfahrungsgemäß in unseren Sammlungen ein hervorragender Blütenansatz ergibt, wenn diese Kakteen in der Ruhezeit bei Temperaturen stehen, die im Bereich zwischen -3 °C und + 12 °C schwanken. Neben den Einflüssen von Licht und Temperatur ist es für den Blütenansatz der Kakteen auch wichtig, dass die Pflanzen während der Ruhezeit trockener oder sogar völlig trocken gehalten werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viele Kakteenfreunde sind davon überzeugt, dass man bei blühfaulen Kakteen den Blütenansatz dadurch erzwingen kann, dass man die Pflanzen bis weit ins Frühjahr hinein konsequent trocken hält. Bei zu vorzeitigem reichlichen Gießen können sich die bereits vor gebildeten Blühansätze zurückbilden oder in Sprosse umwandeln. Man sollte daher grundsätzlich im Frühjahr die Blühfähigen Kakteen erst gießen, wenn die Blütenknospen deutlich sichtbar sind. Schließlich gibt es auch bei den Kakteen Pflanzen, die vom Erbgut her gesehen leicht und reich blühen, und solche, die schwer und spärlich blühen. Dagegen gelten etwa Mammillaria dixanthocentron, Mammillaria geminispina, Mammillaria plumosa, Mammillaria viperiana oder Mammillaria yaquensis als schwer blühend.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei mag es mit eine Rolle zu spielen, dass wir für manche in ihrer Heimat unter extremen Bedingungen wachsende Pflanzen noch nicht die richtigen Kulturbedingungen gefunden haben. Aber auch innerhalb der einzelnen Arten gibt es erbgutmäßig bedingte Unterschiede in der Blühwilligkeit. Bei einer größeren Aussaat von Samen der gleichen Art sollte der Kakteenfreund daher nicht nur die Sämlinge für sich behalten, die besonders zügig wachsen, sondern auch auf die Sämlinge achten, die schon im jungen Alter Blüten ansetzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Literaturquelle: Götz und Gröner &#8220;Kakteen&#8221; Eugen-Ulmer-Verlag</p>



<div class="wp-block-image is-style-default"><figure class="alignleft size-large"><img decoding="async" width="200" height="267" src="data:image/svg+xml,%3Csvg%20xmlns='http://www.w3.org/2000/svg'%20viewBox='0%200%20200%20267'%3E%3C/svg%3E" data-src="https://www.wp.kakteenweb.de/wp-content/uploads/2020/07/pflege_83.jpg" alt="" class="wp-image-693 lazy" data-srcset="https://www.kakteenweb.de/wp-content/uploads/2020/07/pflege_83.jpg 200w, https://www.kakteenweb.de/wp-content/uploads/2020/07/pflege_83-112x150.jpg 112w" data-sizes="auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px" /><figcaption>Echter Baldrian (Valeriana officinalis)<br>Foto: Wikipedia</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Baldrianblütenextrakt:</strong> So wie man mit bestimmten Düngergaben das Wachstum der Kakteenpflanzen entscheidend beschleunigen kann, so liefert uns die Natur ein Produkt, was blühfaulen Pflanzen (vorausgesetzt die Kulturbedingungen wurden eingehalten) zu ungeahnter Blühfreude verhilft. Das Elixier, was hierbei wahre Wunder bewirkt nennt sich Baldrianblütenextrakt. Nicht zu verwechseln mit dem Baldrianextrakt, der dem Menschen als natürliches beruhigendes und schlafförderndes Mittel bekannt ist und manche Katze um den Verstand bringt. Der Baldrian<strong>blüten</strong>extrakt unterscheidet sich von der Baldriantinktur (in Apotheken und Einzelhandel erhältlich) inhaltlich dadurch, daß 1. meist nur die Hochblüten der Pflanze verwendet werden und 2. keinerlei Alkohol hinzugemischt wird. Letzteres ist für die Anwendung auf Pflanzen ungeeignet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Beimischung beginnt schon mit dem Angießen, je nach Witterung, im zeitigen Frühjahr. Hierbei gibt man etwa 30-50 Tropfen, das entspricht etwa 3-5 ml, auf 10 Liter Gießwasser. In der Folge kann man diese Anwendung etwa 3-4 Mal in der Wachstumszeit wiederholen, auch mit entsprechender Beimischung zum Nebeln. Nur die Kombination mit Chemikalien (z.B. Pflanzenschutzmittel) sollte man vermeiden, da nicht ausgeschlossen werden kann, daß chemische Prozesse die Wirkung mindern. Bei regelmäßiger Anwendung danken es die Kakteenpflanzen mit einer bis dahin ungeahnten Blühwilligkeit. Übrigens: Baldrianblütenextrakt kann auch auf andere Blühpflanzen mit gleicher Dosierung erfolgreich angewendet werden.</p>
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