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Allgemein: Wie schon im Abschnitt Fensterbrettkultur erwähnt, sind die Kulturmöglichkeiten trotz sehr origineller Ideen des Kakteenfreundes, an diesem Standort letztendlich begrenzt. Wenn die Sammlung größer wird und auch der Wunsch besteht, anspruchsvollere Kakteen zu pflegen, wird er versuchen, im Garten oder auf einen hinreichend großen Balkon einen Kakteenkasten aufzustellen. Da diese Kästen selten voll beheizt werden können, muss man die Pflanzen zur Überwinterung an einen anderen Ort, meist ins Wohnhaus, räumen.
Frühbeet der Firma Beckmann: Typ Allgäu Modell 3 mit automatischen Fensteröffner
So bietet die Kakteenkultur im Frühbeetkasten ihre eigenen besonderen Möglichkeiten und Probleme. Für die Kakteenkultur geeignete Kästen werden in verschiedenen Formen im Fachhandel angeboten.Als sehr praktisch erweist sich hier eine pultförmige Bauweise, die für die Aufstellung auf großen Balkonen oder an der Hauswand sehr geeignet ist.
Konstruktion: Die für die Aufstellung im Garten vorgesehenen Kästen, die sich aus dem Vorläufer des Mistbeetkastens entwickelt haben, können leicht selbst gebaut werden. Die benötigten Einzelteile, wie Frühbeetfenster in Normgrößen oder Randeinfassungen aus Beton oder Holz sind im Fachhandel erhältlich. Diese Randeinfassungen bringen jedoch den Nachteil mit sich, das die am Rand stehenden Kakteen weniger Helligkeit erhalten. Daher ist die bessere Lösung einen Metall oder Holzrahmen zu verwenden, die allseits verglast oder mit Gartenbaufolie bespannt werden. Folienbespannte Kästen sind sehr einfach und schnell zu erstellen, aber durch die Einwirkung des Sonnenlichts altert jede Folie nach einiger Zeit. Sie wird spröde und reißt letztendlich. Da Kakteenkästen kulturbedingt in der Sonne stehen, sind Folienkästen nur als kurzfristige Lösung zu empfehlen. Eher geeignet ist eine Verglasung mit modernen Kunststoffen. Bewährt haben sich hierbei formstabile Stegdoppelplatten. Sie birgen den Vorteil, sich bei Wärmeeinwirkung nicht zu verbiegen. Zu beachten ist aber, das aus Plexiglas bestehende Platten bei Wärme merklich ausdehnen. Ab einer bestimmten Größe ist daher eine feste Verschraubung nicht zu empfehlen, sondern mit Spielraum eingepasste oder eine dauerelastische Verkittung ratsam. Empfehlenswert sind die seit einiger Zeit im Handel angebotenen Frühbeete, die ganz aus Kunststoff bestehen. Sie sind leicht und mühelos aufzustellen und die Wände sind durchsichtig. Somit erhalten auch die in der Ecke stehenden Pflanzen genügend Licht. Es ist zu empfehlen, den Boden des Kastens wasserdicht zu gestalten oder im Kasten die Kakteentöpfe in Wannen aus Blech oder Eternit zu stellen. Hierdurch wird die empfohlene Bewässerung von unten ermöglicht. Voraussetzung ist aber, die Wannen waagerecht zu positionieren. Zur Belüftung sind automatische Fensteröffner eine gute Investition. Einmal auf eine bestimmte Temperatur eingestellt leisten sie sehr zuverlässig mittels einer Wachspatrone, die sich bei Wärme sehr stak ausdehnt und über Hebelkräfte das Fenster anhebt und bei Abkühlung wieder schließt, ihren Dienst. Somit gewährleistet man ein optimales Klima und braucht z.B. nach einem Sommergewitter mit anschließendem Sonnenschein keine Sorge haben, das die Temperatur im Frühbeet auf ein schädliches Maß ansteigt. Bei stärkeren Wind sollte man den automatischen Fensteröffner, der leicht am zu hebenden Fenster befestig werden kann, trennen und das Frübeetfenster mittels manueller Verriegelung zu sichern. In einen ungünstigen Winkel könnte der Wind sich unter das Fenster legen und somit Zerstörungen anrichten.
Kulturbedingungen
Wärme: Das Hauptargument für die Kakteenkultur im Frühbeetkasten ist die höhere Wärme. Der relativ kleine Luftraum eines Kastens erwärmt sich sehr schnell und hält die Wärme fest. Schon nach kurzer Sonnenscheindauer ergeben sich im Kasten erheblich höhere Temperaturen als außerhalb, was aber auch eine große Gefahr beinhaltet. Wie schon im Kapitel Konstruktionen erwähnt, leisten automatische Fensteröffner hier zuverlässig ihren Dienst, was berufstätige Kakteenfreunde sehr zu schätzen wissen. In den Übergangsjahreszeiten kann man durch eine einfache elektrische Zusatzheizung, kurze und leichte Frostperioden überbrücken und verlängert die Kulturzeit erheblich. In meinem Frühbeetkasten habe ich einen 750 W Heizkörper hinein gestellt. Bei Temperaturvorhersagen von unter 3 °C wird dieser stündlich mittels Zeitschaltuhr für 10 Minuten eingeschaltet. Hierbei steigt die Temperatur auf ca. 10 °C an und fällt langsam wieder auf ca. 5 °C ab. Eine Überhitzung kann nicht eintreten, da der automatische Fensteröffner ab einen Schwellwert von 20 °C das Fenster öffnet bzw. wieder schließt. Bei Frostvorhersage wird die Heizzeit entsprechend verlängert. Alternativ wäre hier ein Temperaturschalter (Thermostatschalter) die idealere Lösung.
Licht: Neben der Wärme ist das Licht sehr wesentlich verantwortlich, für ein gesundes Wachstum der Kakteen. Man wird daher einen Kakteenkasten an einer hellen Stelle im Garten oder auf den Balkon setzen, wenn möglich frei von Schatten durch Bäume oder Häuser. Die Neigung der Deckscheibe sollte nach Süden gerichtet sein, da hier am wenigsten Sonnenlicht zurück geworfen wird. Die Konstruktion des Kastens sollte wenig Lichtverlust zulassen. Übliche Glasarten lassen zwischen 80-90% des Lichtes hindurch, verschmutztes Glas jedoch nur 50-60%. Daher sollten die Kastenscheiben öfters gereinigt werden. Im Frühjahr sollten gerade aus der Überwinterung kommende Pflanzen vor zu intensiver Sonneneinstrahlung geschützt werden, um Verbrennungen zu vermeiden. Als Schattierungsmaterial leisten alte Gardinenreste oder andere witterungsbeständige dünne Stoffe einen guten Dienst. Eine unregelmäßige Schattierung von 2-3 Wochen ist hierbei eine gute Faustformel, wobei die Pflanzen ständig beobachtet werden müssen, um Verbrennungen frühzeitig zu erkennen. Nach der Eingewöhnung an den Sommerstandort vertragen die Pflanzen auch ungefiltertes Sonnenlicht, durch weites öffnen des Frühbeetfensters. Vor allem im Spätsommer und Herbst ist dies zur Abhärtung und Ausreifung der Pflanzen sehr zu empfehlen. In diesen Jahreszeiten sollte man das Fenster auch in der Nacht nicht ganz schließen, da die starken Temperaturgegensätze zwischen Tag und Nacht für die Pflanzen fördernd in Bezug auf die Ausbildung von Bedornung und Blütenansatz wirken.
Bewässerung und Feuchtigkeit: Bei der Kultur von Kakteen im Frühbeetkasten ist zu beachten, daß es bei kühlen und regnerischen Wetterlagen im Kakteenkasten kaum wärmer ist als außerhalb. In solchen kühlen Perioden sollte vorausschauend auf Wassergaben verzichtet werden. Die Luftfeuchtigkeit ist im Kasten nur schwer regulierbar. Bei vollsonnig stehenden Kästen kann in Wärmeperioden der Zwang zu starker Lüftung, zusammen mit hohen Temperaturen, zu sehr niederer Luftfeuchtigkeit führen. Selbst an diese Bedingungen angepasste Pflanzen neigen dazu, trotz ausreichenden Gießen, zu kümmern. Zu beobachten ist das z.B. bei Rebutien, Sulcorebutien, Notokakteen, Parodien oder Oreocereen. Verdunstungsgefäße und ein abendliches Nebeln können hier Besserung bringen. Hierbei ist aber immer Vorsicht geboten, da wiederum zu hohe Luftfeuchtigkeit und Staunässe Pilzinfektionen begünstigen.
Überwinterung: Eine ganzjährige Kultur im Frühbeet ist im Bezug auf die Wintermonate nur bedingt empfehlenswert. Hier spielt die Verglasung und Bodenisolation eine entscheidende Rolle. Zusätzlich muss eine ausreichende Heizmöglichkeit installiert sein. Zur Verglasung sind hier 16 mm Stegdoppelplatten und ein dickeres Betonfundament Voraussetzung, um wenig Wärmeverluste zu erhalten. Die Heizungsanlage sollte mittels Temperaturschalter regelbar sein, um eine gleich bleibend niedrige Überwinterungstemperatur zu gewährleisten. Geeignete Heizanlagen und Regelungstechnik bietet der Fachhandel an. Eine Wärmeversorgung mit Petroleumbrennern ist nicht ratsam, da hierbei sehr hohe CO2-Konzentrationen im Kasten auftreten und für eine Frischluftzufuhr gesorgt werden muss. Weiterhin ist das Frühbeet ständig von Schnee und Eis zu befreien, da alle Gattungen einen sehr hellen Winterstandort bevorzugen. Eine Zusatzbeleuchtung mittels Natriumdampflampen würde durch die hohe Wärmestrahlung im Bezug auf das geringe Volumen des Kastens, eine zu hohe Überwinterungstemperatur zur Folge haben. Alternativ wäre hier ein Betrieb mit Leuchtstoffröhren ratsam, die aber nicht die optimale Lichtmenge liefern. Zusammenfassend ist eine Kultur im Winter sehr kostenintensiv. Die bessere Lösung wäre hier ein Einräumen ins heimische helle Treppenhaus, in den Keller oder an andere kühle Standorte sinnvoll. Eine Zusatzbeleuchtung mittels Natriumdampflampen ist wegen der größeren Räumlichkeit zu empfehlen. Hierbei kann auch aus einem dunklen und ungeeigneten Winterquartier ein optimaler Standort geschaffen werden, vorausgesetzt die Temperatur bleibt weitestgehend unter 15 °C.
Pflanzenauswahl: Die Auswahl der geeigneten Pflanzen für die Kultur im Frühbeetkasten ist nach den Pflegemöglichkeiten im Sommer und Winter gerichtet. In vollsonnigen Lagen bewähren sich vor allem viele Echinocereen, Trichocereen, dicht und weiß bedornte Mammillarien und Ariocarpen. Bei nicht zu kühler Überwinterung werden hier auch anspruchsvolle Gattungen aus Mexiko wie Astrophytum, Coryphantha oder Thelocactus mit Erfolg kultiviert werden können. Für etwas weniger heiße Standorte, insbesondere in der Zeit der Mittagssonne bei leichten Schatten sind für grüne Mammillarien, Notokakteen, viele Parodien, Echinopsen und Gymnocalycien, hier optimale Kulturbedingungen. In heller, aber nicht zu heißer Lage, bei guter Lüftung und kühler Überwinterung gedeihen viele aus höheren Lagen stammende Kakteen hervorragend im Frühbeetkasten, wie z.B. Rebutien, Lobivien, Sulcorebutien, Oreocereen und viele andere.
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Bezugsadressen für Frühbeete und Zubehör
  Beckmann (Gewächshäuser, Frühbeete und Zubehör)
Hoklartherm (Gewächshäuser, Frühbeete und Zubehör)