Navigation Home Navigation Impressum Navigation Datenschutz
Navigation Pflege
Navigation Galerie
Navigation Literatur
Navigation Links
Navigation Reiseberichte
Navigation Kalender
Navigation Shop
Reisebericht: Ägypten, Luxor, Nilkreuzfahrt, Hurghada, Sol Y Mar Makadi Star&Spa (Neu: JAZ Makadi Star&Spa)
Assuan: Morgenstunde hat Gold im Munde. Nach dem Wecken um 6 Uhr, sollte heute ein sehr kompaktes Tagesprogramm auf uns warten. Das oberägyptische Assuan ist weit anders, als der Teil Ägyptens, den wir bisher kennen gelernt haben. Die Menschen sind wesentlich unaufdringlicher und entspannter. Die nahe Grenze zum Sudan, die durch das ehemalige Königreich Nubien verläuft, war einst Ägyptens Schutzwall gegen das übrige Afrikas und gleichzeitig das Tor zu diesem Teil des Kontinents, wo die Stadt Assuan in der Pharaonenzeit als Stadt des Handels florierte. Nicht ohne Grund nannte man diese Stadt nach ihrer Bestimmung. In der altägyptischen Sprache bedeutet Assuan " Markt". Das Wüstenplateau hat die Farbe des begehrten Granitgesteins, den die Pharaonen für ihre Monumente, zusammen mit dem für feinere Arbeiten gedachten Alabaster nach Luxor, Sakkara und Gizeh verschiffen ließen. Hier ist auch das gewaltigste neuzeitliche Bauwerk seit den Pyramiden entstanden. Der Assuan-Hochdamm, der die Fluten des Nils zum Nasser-See
Eintrittskarte Unvollendeter Obelisk
Beeindruckende Größe: Der Unvollendete Obelisk
aufstaut und somit den Wasser- und Elektrizitätshaushalt des Landes versorgt. Der Tag begann zunächst mit der Fahrt zum unvollendeten Obelisken. Vor 3400 Jahren hatte man einen 42 m langen Obelisken halb fertig zurück gelassen, weil er Risse aufwies.
Nicht nur der Obelisk scheint unvollendet zu sein Blick über die Dächer der Stadt Assuan
Philae Tempel: Der Ausflug wurde in den morgendlichen Stunden mit dem Bus und ein wenig später auch mit dem Boot fortgesetzt, um den Tempel der dem Gott Isis geweiht wurde auf der heute bekannten Insel "Neu-Philae" zu besichtigen. Der Zusatz "Neu" erklärt sich daraus, dass im Zusammenhang mit dem Bau des Assuan-Hochdamms, die Insel Philae des eigentlichen Tempelstandorts in den Fluten unterging. 1979 wurde der Tempel zersägt und im Rahmen einer internationalen Rettungsaktion originalgetreu auf der Agilkia-Insel, unweit des eigentlichen Standorts, wieder aufgebaut. Eine ähnlich spektakuläre Rettungsaktion erfuhr Jahre zuvor (1964-1968) der Tempel Ramses II. in Abu Simpel. Die ältesten erhaltenen Gebäude des Philae-Tempels wurden vor über 2300 Jahren von Nektanebos erbaut, von dessen Pavillon ein Säulengang zum ptolemäischen Isis-Tempel führt. Die Römer bauten das Hadrianstor und den Trajanskiosk.
Eintrittskarte Philae-Tempel
Nur mit dem Boot zu erreichen. Der Philae-Tempel
Säulensaal der Tempelanlage Darstellungen im inneren des Tempels
Assuan-Hochdamm: Schon vor dem Bau des 1971 eingeweihten monumentalen Bauwerks, der in seiner Dimension wie die altertümlichen Bauwerke zu Ägypten passt, versuchte man bereits 1902 mit der damalig längsten Talsperre der Welt, das Wasser des Nils zu zähmen. Im Gegensatz zum modernen Hochdamm ließ er den fruchtbaren Schlamm des Nils passieren und staute nur die Fluten des weißen Nils. Der Hochdamm jedoch greift erheblich in das Ökosystem des Niltals ein. Einerseits versorgt er nahezu komplett das gesamte Land mit Elektrizität und ermöglicht jährlich mehrere Ernten. Andererseits werden durch das ausbleibende Hochwasser die Ackerböden nicht mehr ausgewaschen. Weil auch der fruchtbare Nilschlamm nicht mehr transportiert wird, müssen Agrarflächen gedüngt werden, die dann mit der Zeit versalzen. Nicht sehr geschmackvoll ist das Riesendenkmal am West-Ende des Staudamms, dass der erfolgreichen sowjetisch-ägyptischen Zusammenarbeit gewidmet ist. Um einmal die Dimensionen zu verdeutlichen, nachfolgend einige technische Daten:
Der Hochdamm in Assuan, Blick in westliche Richtung
Blick von der Aussichtsplattform entlang des Nils
Höhe: 111m
Kronenlänge: 3600m
Kronendicke: ca. 100 m
Basisdicke im Flußbett: 960m
Erbaut von: 2000 sowjetische Ingenieuren und 30.000 Arbeitern
Kosten: etwa 2,2 Mrd. Euro
 
 
Auf der anderen Seite des Hochdamms erschließt sich der Nasser-Stausee
Ganz frei bewegen können Sie sich aber auf dem Hochdamm nicht. Ägyptische Sicherheitsbehörden machen sehr schnell darauf aufmerksam, wenn man etwas abseits der gestatten Aufenthaltsflächen, zum Foto-Shooting ansetzt, um ein ungestörtes Hochdamm-Motiv zu erwischen. Freundlich aber mit Nachdruck wird man auf den "rechten Pfad" verwiesen. Nach den kulturellen und technischen Sehenswürdigkeiten, sollte die Möglichkeit einzukaufen, nicht zu kurz kommen. Im Rahmen eines Besuchs in einer Parfümerie und davon gibt es in Assuan nicht gerade wenig, ist diese Stadt Handelszentrum
für die vielfältigsten orientalischen Gewürze und Duftstoffe, die aus den verschiedensten Pflanzen gewonnen werden. Zuerst wurde dem interessierten Besucher die Kunst des Glasblasens vorgestellt, indem ein Mundgeblasener Flakon kurzerhand aus einem Klumpen Glas geformt wurde. Flakons bekommen sie dort in den exotischsten Formen und Bemalungen. Jeder ein kleines Kunstwerk für sich allein. Im Anschluss begann bei einem Tässchen Tee die Vorstellung der verschiedensten Duftstoffe, die sich meist als Reproduktionen großer Parfümmarken erwiesen.
Bunsen-Brenner, ein klumpen Glas, ein Blasrohr und das Kunsthandwerk des Glasblasens formen wunderschöne Flakons
Wir haben an der Veranstaltung zwar interessiert teilgenommen, letztendlich aber nichts gekauft, da unsere favorisierten Düfte leider nicht vorhanden waren. Nachdem auch der letzte Besucher sich mit Parfümprodukten eingedeckt hatte, endete die erste Ausflugs-Etappe des Tages, da das Mittagessen bereits bevor stand.
Kitchener Island: Unmittelbar nach dem Mittagessen stand der nächste Ausflug bevor. Eine Felukenfahrt auf dem Nil zum botanischen Garten auf einer Insel. Diese Insel wurde nach dem Befehlshaber (Lord Kitchener) der britischen Kolonialtruppen in Ägypten, Ende des 19 Jahrhunderts, benannt, die er als Lohn für seine Großtaten im Sudan überlassen bekam. Der prächtige Garten mit den vielfältigen tropischen Pflanzen ist ein ideales kühles Ausflugsziel in den Mittags- und Nachmittagsstunden. In der Mitte befindet sich ein Teehaus, wo man in der wunderschönen grünen Oase gern länger verweilt. Leider verhinderte fehlender Wind das Segeln auf dem Nil. So musste ein angeleintes Motorboot für den nötigen Antrieb sorgen. Unterwegs begleiteten uns immer wieder Kinder, die in winzig kleinen Booten Lieder sangen. Nach unserer Rückkehr blieb bis zum Abend ein wenig Freizeit auf dem Schiff. Das Tagesprogramm sollte aber noch nicht beendet sein.
Die Oase inmitten des Nils - Kitchener Island
Orientierungsfahrt Assuan: Mit dem Beginn des Abends kehrt auch wieder Leben auf den Straßen ein. Um hautnah das Leben der Ägypter kennen zu lernen, buchten wir eine abendliche Orientierungsfahrt als fakultativen Ausflug dazu. Mit dem Bus fuhren wir zunächst durch die Stadt. Vorbei auch am legendären "Old Cataract Hotel", in dem Agatha Christie zum Buch "Tod auf dem Nil" inspiriert wurde. Das im Jahre 1898 erbaute Hotel zählt zu den schönsten und berühmtesten Fünf-Sterne-Hotels Ägyptens. Neben Agatha Christie, nächtigten hier auch Zar Nikolaus, Winston Churchill, Aga Khan, Lady Di und viele andere Prominente. Im weiteren Fahrtverlauf gelangten wir zum Basar, wo die Tour-Guides dem unerfahrenen Europäer das Handeln näher brachten. An ausgewählten Ständen wurden Produkte (Gewürze, Tee und Kräuter) vorgestellt und der maximale Wert der Ware verraten. Danach konnte mit dem Händler gefeilscht werden. Im Anschluss war ein individueller Bummel durch die lang gestreckte Basar-Gasse geplant, der in einem Kaffehaus endete. In gemütlicher Atmosphäre beobachteten wir das geschäftige Treiben bei einer Tasse Tee und vorbereiteter Wasserpfeife. Nach unserer Rückkehr endete ein ausflugreicher Tag. Leider machte uns die nicht optimal funktionierende Klimaanlage (siehe Bemerkungen zum Schiff) einen Strich durch die Rechnung, am nächsten Tag nach Abu Simpel zu fahren. Die daraus resultierende Erkältung zwang uns leider, auf dem Schiff zu bleiben.
Abu Simpel: Trotzdem möchten wir Ihnen einige Informationen zum Ausflug geben. Geweckt wurde um 3 Uhr. Nach dem Frühstück, fahren alle Busse, die an diesem Tag Touristen nach Abu Simpel befördern zu einem zentralen Treffpunkt in Assuan. Hier macht sich dann der unter Polizeischutz begleitete Konvoi auf dem Weg. Etwa 4 Stunden später erreicht man das 290 km entfernte Abu Simpel. Hier wälzen sich dann die Touristenströme für etwa zwei, drei Stunden durch die Tempelanlagen von Ramses II. Die vier Kolossalstatuen, die an einem künstlichen Felsen thronen, sind 20 m hoch. Spektakulär wurde die gesamte Tempelanlage in den Jahren 1964-1968 vor den Fluten des sich anstauenden Nasser-Stausees, während der Bauphase des Assuan-Hochdamms, auf einer Hochfläche rund 60 m über dem ursprünglichen Standort versetzt. Um die Anlage zu transportieren zerschnitt man sie in große Blöcke und setzte sie später wieder zusammen. Der Tempel ist nach Osten ausgerichtet. Zweimal im Jahr, um den 21.02. und 21.10., treffen die Strahlen der aufgehenden Sonne auf alle vier Götterfiguren im Tempelinneren. Ein kleinerer Tempel ist Hathor und Nefetari gewidmet. Die Besichtigung dieses Tempels ist im Rahmen der Nilkreuzfahrt (Kostenpunkt 75 €/Person) unbedingt zu empfehlen. Leider haben sie nur wenige Stunden Zeit, um sich alles anzusehen.
Durch den massiven Ansturm von Touristen, sind ungestörte Tempelmotive nur mit Glück zu bekommen. Für Abu Simpel Interessierte, die sich die Tempelanlagen genauer ansehen möchten, wäre die bessere Variante, eine Kreuzfahrt auf dem Nasser-See zu buchen. Gegen Mittag erreichten die Ausflügler wieder das Schiff, das unmittelbar danach ablegte. Ziel war das flussabwärts gelegene Esna, wo wir am späten Abend eintrafen. Unterwegs überholten wir ein legendäres Nilschiff. Die "SS Sudan" ist der einzige Schaufelraddampfer auf dem Nil. Weltbekannt wurde das Schiff durch die Verfilmung des Agatha-Christie-Bestsellers "Tod auf dem Nil", wo es als Filmkulisse diente.
Die legendäre SS Sudan auf dem Nil
 
 
<<< | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | >>>
Anzeige
13.09.2005 - 27.09.2005
Ausflüge/Programm